Madame Lila

Beiträge vom April 2008

Du und ich und Berta ?

Mittwoch, 30.April 2008 · 11 Kommentare

Gerade eben am Bancomaten.
Geld wird ausbezahlt, steht auf dem Display . Die Freude darüber ist gross, weil es sehr oft anders ist . Ich habe gelernt, damit zu leben, oder eben ohne ‘damit’.
Jemand steht hinter mir, ich kann hören wie seine Jacke raschelt. Gortex vielleicht. Glaube seinen Atem warm und eklig in meinem Nacken zu spüren.
Ich mag es nicht, wenn jemand sich von hinten so an mich drängt und mir meine kleine Sphäre nimmt.
Ziehe das Geld aus dem Automaten, drehe mich um (nicht allerbester Laune was den Menschen betrifft) und sehe, wie er mich mustert. Von oben bis unten, mit einem süffisanten Lächeln, wie es Autoverkäufer haben, wenn sie ein gutes Geschäft wittern.
Bauer Alfred !

– Ja Gopf !
(Wann immer die Bauern hier einen Dialog führen, sie streuen immer Fluchwörter ein, das scheint Brauch zu sein.)

– Ja Gopf was ? Grüss dich Alfred.
-Schon lange nicht mehr gesehen. He.

Sagt er und kaut an etwas, was sich wohl schon eine Weile in seinem Mund befindet. Mir ist nicht danach, zu sehen was es ist. Sein Blick ruht inzwischen auf meiner Brust, die Augenlider halb geschlossen , die Hände in der Hosentasche.

-Stimmt wohl, dass wir uns eine Weile nicht gesehen haben.
Ich will mich umdrehen, weg.
– Sag mal. Gopfertori….Hast du….
Er nimmt seine Hände aus der Hose, die Handflächen nach oben und tut so, als wiege er zwei Melonen oder Kartoffeln gegeneinander ab.
-?
– Hast du dir da was machen lassen ? Huere gross. He.

Ich schaue ihm ins Gesicht, als ich (Contenance bewahrend) sage:
-Willst du meine Nummer ?

Er strahlt mich an. Nickt.
Dann sage ich :
-Okay, kannst du haben. Frag deine Frau danach, die hat sie und übrigens….wir könnten ja mal.Zu dritt oder so. Du und ich und Berta ?

Ich ging. Leider verpasste ich dadurch den Anblick seines Gesichtes. Schade. Schade.

Kategorien: Schreiben

Fluggedanken

Dienstag, 29.April 2008 · 4 Kommentare

Extrem und lustvoll optimistische Gedanken teilen . Die Kleidungsstücke der Mädchen scheinen im Winterschlaf geschrumpft zu sein.
Die Sonne lässt den blauen Himmel leuchten. Mensch lacht viel in solchen Tagen: Für sich selbst und für andere.

-Was unternimmst du gegen das wachsende Fernweh ?
-Ich lade Flugpläne herunter und klicke mich durch Webcams…

Kategorien: Schreiben

Jailhouse

Montag, 28.April 2008 · 5 Kommentare

Heute erstaunt festgestellt, dass eine Farbveränderung zwischen Handinnen- und Aussenseite gibt. Seit gestern außerdem siebzehn Sommersprossen mehr im Gesicht. Früher, als sie sich noch unkultiviert und kindlich breitmachten, fürchtete ich, dass sie sich eines Tages so zusammenschliessen würden, dass sie einen einzigen grossen Fleck im Gesicht bilden .

Schliesse Freundschaft mit der grossen Population der Löwenzahn auf der Wiese vor dem Haus. Üblicherweise mögen sie nur die Kinder. Vielleicht leuchten sie für die Erwachsenen anders ?
Wann sind die Erdbeeren reif ?

Ich werde ins Gefängnis gehen, diesen Frühling noch.
Freiwillig.
Nein, ich bin nicht vom lilawahnsinn umzingelt. Sondern entschlossen, eine Hospitation im Jugendstrafvollzug zu machen.
Um eine Arbeit darüber zu schreiben um zu verstehen. Vielleicht gar nicht, oder nur ansatzweise.
 

 

…weil jeder in seinem persönlichen Gefängnis sitzt.

Kategorien: Schreiben

Le Muguet

Sonntag, 27.April 2008 · 7 Kommentare

…jedes Mal wenn ich die ersten im Garten finde, sind für mich zwei Dinge klar:
Das Leben liebt mich.
Der Winter ist vorbei !

Kategorien: Schreiben

questions #8

Samstag, 26.April 2008 · 8 Kommentare

     Wo ist das Ende der Welt ? 

 

 

 

Kategorien: Fragen

Antimaterie

Freitag, 25.April 2008 · 7 Kommentare

Jedes Atom in einem Menschen hat wahrscheinlich schon Aufenthalte in mehreren Sternen hinter sich und war auf dem Weg zu seiner jetzigen Position schon Bestandteil von Millionen Lebewesen. Jeder von uns besteht bei seinem Tod aus so vielen ständig wieder verwerteten Atomen, dass eine beträchtliche Zahl davon – nach manchen Schätzungen bis zu einer Milliarde in jedem Menschen – vermutlich einst zu Shakespeare gehörte. Jeweils eine weitere Milliarde stammt von Buddha, Dschingis Khan und Beethoven oder jeder anderen historischen Gestalt, die uns einfällt.
*blink*
Jetzt wird mir klar, warum ich immer nach den Sternen greife und mich manchmal innerlich zerrissen fühle.
Ich überlege, von wem ich gerne ein paar Atome hätte und von wem lieber nicht.
Das allerdings, wird eine lange langew Liste geben. Glaubs.

edit/Tausche ein paar blutrünstige DiktatorenAtome gegen drei von Josephine Baker oder Calmity Jane oder Frida Kahlo oder Matha Hari .

Kategorien: Schreiben

Wurzeln

Donnerstag, 24.April 2008 · 3 Kommentare

XXX    
…das gilt jenen, die gestern und heute einfach mal gedanklich meinen Nacken graulten, mir stärkend auf die Schultern klopften, mich zum lachen brachten via Mail oder mir einfach sagten: Hey. Das schaffst du . 

Heute den Stapel mit den kuscheligen Winterpullis weit nach hinten in den Schrank geschoben. Habe es jedoch noch nicht gewagt, sie ins Sommerasyl zu tragen.

“Wo sind deine Wurzeln, hast du welche ?”
Hat mich heute jemand gefragt mit dem wachen Interesse von jemandem, der sein Gegenüber wirklich wahr- und ernst nimmt.
“Ja“. Habe ich geantwortet . Und mit der Hand auf einen See unter mir gezeigt und auf die Berge, die das Tal mit dem See umarmen. Habe die Wälder eingeschlossen und die kurrligen Menschen, die noch an den Boden glauben, auf dem sie ihre Häuser gebaut haben. Leute, die vielleicht nicht wissen, dass in allen ebenen,
rechtwinkligen Dreiecken die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenqaudrates ist. 
 Die stattdessen eine Intelligenz des Herzens und ihres Wesens haben, wie das Tal selbst, das alles wettmacht und darüber hinaus.
Ja. Klar habe ich Wurzeln. Und sie wachsen noch immer in das Enge Tal meiner Kindheit hinein. Sie atmen, sie haben Puls, sie leben. 

 

Kategorien: Schreiben

questions #7

Mittwoch, 23.April 2008 · 10 Kommentare

Was   Liebst    du ?

 

 

 

 

 

Kategorien: Fragen

erwischt

Mittwoch, 23.April 2008 · 14 Kommentare

Blöd, wenn man mitten in der Nacht bei strömendem Regen erwischt wird, wie man in ein Auto einbricht.

Vorausgegangen war ein sehr spätes heimkommen im Dunkel der Nacht. Und die Tatsache, dass mein Handy mein Wecker ist und dieses sich noch im Auto befand. (Eine intensive Suche in der Tasche und anschließend im Haus und der Jacke führte zur Erkenntnis, dass es wohl im Auto sein musste. Es stand vor dem Haus)
Dass ich schon mein Kuschelschlabberunsexyschlafshirt trug, dies aber mit Stil da von Sören bekommen, störte nicht wirklich. Dass ich darunter nackt war, auch nicht. Dass es in Strömen regnete, auch nicht.

Was mich aber störte war der Bauer von nebenan, der zu noch späterer Stunde als ich den Heimweg mit seinem Rad antrat. (Er hatte einen Platten im Rad und war gezwungen , es zu stossen. ) Dieser muss an eine göttliche Erscheinung geglaubt haben, als er jemanden (moi!) auf dem Fahrersitz knien sah, den Boden des Autos leise fluchend durchforstend und den Hintern….Naja….Draussen.
Der Regen , der in mein erhitztes Gesicht fiel als ich ihn hörte, kühlte etwas ab. Seine wortreiche Entschuldigung, die zu einer Jassrunde führte und zu ein paar Schnaps, interessierten mich nicht wirklich.

Eher: Wird er es über Nacht vergessen haben ?!

Kategorien: Schreiben

raindrops

Dienstag, 22.April 2008 · 11 Kommentare

….Sonne draussen kann vorgegaukelt werden, wenn der Blitz
der cam sich im Fenster spiegelt.

Kategorien: Schreiben