Madame Lila

Beiträge vom Juni 2008

Mein junger Lover

Montag, 30.Juni 2008 · 10 Kommentare

Gespräch mit dem Cornflakegirl heute abend. Sie schaut mich an, mit diesem bestimmten Blick und fragt mich :

-Wo warst du heute nach 17.00 ?
-Luzern. Bibliothek. Warum ?
-Warst du alleine ?
-Nein, war ich nicht….Warum fragst du ?

Sie lacht. Kickt ihre FlipFlops gekonnt von den Füssen:

-Nur so. Hast du einen neuen Freund ?
-Ich ? Wie kommst du auf die Idee ?
-S. hat dich gesehen, mit deinem Freund, sagt sie. Lange Haare. Sehr gross. Hübsch. Jaja.

Ich stutze einen Augenblick und lache dann los. Gerüchte, aha, so entstehen sie.

-Ich war mit deinem Bruder dort ….!

Sage ich und fühle mich einen Moment unglaublich jung, höchstens siebzehn. Genau gleich jung
wie grosser Mitbewohner es ist.

Kategorien: Fühlen · Leben · Staunen

outing #1

Montag, 30.Juni 2008 · 11 Kommentare

Ich gebe zu….Ich habe diesen Film geliebt, damals. Und ich wünschte mir nichts anderes, als auch mal von ihm aus dem Wasser gehoben zu werden.
Heute stellte ich mit grossem Entsetzen fest, dass ich die gleiche Frisur trage, wie sie.

Notiz an mich: Geh zum Friseur. Sobald als möglich !

Kategorien: Schreiben

Liebe und Egotrip

Sonntag, 29.Juni 2008 · 14 Kommentare

Ich lag letzte Nacht auf einer Wiese unter den Sternen und teilte die ersten Kirschen mit jemandem. Wartete vergeblich auf eine Sternschnuppe, kurz zuvor hatte ich ein
Glühwürmchen entdeckt.
Und mir wurde bewusst, dass mit jeder vergangenen Liebe Risse und Narben zurückbleiben. Irgendwo. Sie sind da und sie hindern daran, einer nächsten Liebe unvoreingenommen die Nähe zu gestatten, die wichtig wäre.Es ist nicht die Einsamkeit des fehlenden Freundes, sondern immer die zerstörten Träume die schmerzen und wütend machen.
Damals, die Zeit der allerersten Liebe…Als Status Quo und Iron Maiden als Poster an den Wänden des Zimmers hingen, sie hatten die Bilder mit den Pferden ersetzt. Neben dem
Bett lag die Bravo und die ersten Zungenküsse schmeckten nach Kaugummi, Schule und ersten Zigaretten. Zu der Zeit war der innigste Wunsch, den anderen zu sehen, die kleinen Härchen im Nacken zu streicheln, die Finger mit denjenigen des anderen zu verschlingen und das genügte, um Eins zu sein. Nach der Schule nebeneinander auf der kleinen Steinmauer am See zu sitzen . Auflösung, ganz einfach. Das war die Liebe, die alles andere verschlang. Irgendwann zerbrach dieser Traum, hinterliess staunende Realität: Wie ist die Liebe, wenn nicht so ?
So muss fliegen sein, sich irgendwann die Shirts runterreissen, nachdem einer von beiden weit fuhr um den anderen zu sehen, geteilte Küsse und nie mehr essen, nie mehr schlafen.
Break. Alle paar Monate oder Jahre wieder. Dann ist man ist erwachsen und glaubt immer weniger daran, weil die Risse jedes geplatzten Traums ein bisschen den Atem nehmen.
Die Unschuld ist weg und man weiss, wie sie wäre. Die richtige, die genau richtige Liebe.
Eigentlich hätte man mit der ersten Liebe zusammen bleiben sollen, um alle da capo zu vermeiden.
Man spricht von Lebensabschnittgefährten, Liebe ist käuflich allerorts, nur ein Mausklick entfernt sogar. In der Zeit der Selbstanalyse, der Selbstfindung, wissen wir genau, was wir wollen. Grösser. Besser. Geiler, Schöner. Wir sehen die Werbung, die Filme und verlieren uns selbst dabei: Die Halbwärtszeit der Liebe wird immer kürzer.
Wir leben von der Illusion, sie hält uns gedanklich am geglaubten Leben : Es muss passen, und zwar sofort. Lieber ein Buschfeuer als sich echt mit sich und dem anderen auseinander zu setzen. Sich selber zu ertragen und einen anderen Menschen an seiner Seite wirklich zu er-tragen.
Gedankenpause.
Nein. Im Grunde will ich die erste Liebe nicht zurück. Weil ich nicht ein kleines, egoistisches Arschloch sein will. Fern ab jeglicher Realität.

Kategorien: Schreiben

Sexunddreissig °

Sonntag, 29.Juni 2008 · Kommentar schreiben

2Raumwohnung …36°

Kategorien: Schreiben

bienvenue dans mon paradis

Samstag, 28.Juni 2008 · 2 Kommentare

….das Leben liebt mich: Zusammen mit einem Buch einfach dem Milan über mir zuhören wie er pfeift. Die Sonne spüren und mich selbst. Ich liebe es.

Kategorien: Schreiben

Bauer Alfred und seine Flüche

Samstag, 28.Juni 2008 · 3 Kommentare

Bauer Alfred von nebenan hat mich heute geweckt. Mir schien, das Leben läuft nicht so, wie er es gerne hätte. Das tut es übrigens oft: Ich weiss immer, wann es wieder soweit ist.
Bauer Alfred hat eben ‘es rächts Tämperamänt’ , wie er selber zugibt.
Zu deutsch: Er flucht. Kennt von Schimpftiraden ganze Lexika. Er flucht mit den Kühen im Stall, auf dem Feld und er flucht mit seinen Maschinen.Mit dem Hofhund, den Katzen, den Tomaten und dem Weizen. Er tut es ausgiebig und gern frühmorgens, wenn seine Laune noch Entwicklungsbedarf hat.
Er flucht auch dann, wenn es keinen Grund dafür gibt und schiebt seine Lieblingsflüche gerne in die Alltagsgespräche ein: Ja gopfertami isch verdammt huere heiss hüt !gäll ?
(Für die nördlichen Nachbarn: Es ist heiss heute. )

Dass er mich heute geweckt hat, weil er seine kuhfladigen Ausdrücke über die Felder spie, werde ich ihm nicht verzeihen.

Kategorien: Schreiben

die hard #1

Freitag, 27.Juni 2008 · 6 Kommentare

Sie stellen sich tot oder fallen in Ohnmacht.
Verdammt. Ich hasse sie.

Kategorien: Schreiben

Grosse Jungs weinen doch…

Donnerstag, 26.Juni 2008 · 7 Kommentare

-Wenn du in einen Raum trittst, flutest du ihn mit deinem Lachen und deinem Licht.
Sagt S. zu mir und ich bleibe stehen. Ich ?
Es gibt nette Menschen, die im Grunde nicht wirklich nett sind weil manipulierend, die sagen sowas ähnliches oft. Sie buhlen um die Gunst anderer, um sich am Ende stur ihre Portion Streicheleinheiten fürs eigene Ego zu holen. Dabei ziehen sie Fäden hinter sich her, caramelig, mit denen sie Menschen umwickeln.

S. ist nicht so. Und darum bleibe ich stehen. Innen und aussen.

Nimm es an.
Halte es aus und negiere es nicht.
Es gehört dir.
Nimm es einfach in deine Hände und freu dich darüber.
Welche Stimme in dir sagt denn, dass es nicht wahr ist ?

Ich lache. Ein Herzlachen. Danke !

Später sehe ich eine junge Mutter, die einen kleinen Jungen vor sich hat. Er weint. Grosse Kindertränen, die ihn schluchzen lassen. Sie versucht ihn zu trösten:
-Grosse Jungen weinen doch nicht !
Doch ! Denke ich.(Mal wieder leise, und nicht laut genug) Das tun sie ! Weil es ihnen zusteht. Und wenn sie es nicht tun, dann, weil sie eine Mutter hatten, die ihnen den Mist von grossen Jungen erzählt, die nicht weinen dürfen.

Selig…Wenn ich wollte

Kategorien: Schreiben

Gänsehaut

Donnerstag, 26.Juni 2008 · 2 Kommentare

Ich bekomme schnell Gänsehaut. Meistens bei Berührungen, bei bestimmten (als unangehm empfundenen) Geräuschen. Wenn ich in einen Pfirsich beisse. Bei Erzählungen, die mir ans Herz gehen.
Manchmal auch in Form eines Schauers, wenn ich ganz besonders glücklich bin.
Oder auch, und das schon immer, bei Gitarrenriffs….(Vielleicht war ich deswegen mit einem Musiker verheiratet.)

Bei diesem Song friert es mich zuerst bei 3:08 leicht, um anschliessend wieder in die Normalität zu gehen und um bei 3:50 voll zu zuschlagen: Die Unterarme hoch und über den Rücken wieder runter.
tsssscchhhhh !
Kein besonderer Song, kein weltbewegendes Riff…Aber eines von denen die eben:ttsssccchhh !

Kategorien: Schreiben

Sommertraum

Donnerstag, 26.Juni 2008 · Kommentar schreiben

Gestern Abend lange draussen gestanden, im Garten, den Himmel beobachtend.
Ich habe auf etwas gewartet und konnte mich nicht entscheiden, ob es eine ersehnte Sternschnuppe ist…Oder ein kühlendes Gewitter.
Beides fand nicht statt.

Morgens bei offenen Fenstern erwacht, nur ein Leinenlaken um mich geschlungen.

Irgendwann finde ich für meine Lebensform einen Namen.

Der grösste Rohstoff des Lebens: Die Fantasie.

Sommer. Ich liebe dich.

Kategorien: Schreiben