Madame Lila

Beiträge vom Juli 2008

…am Ende steht der Regenbogen

Donnerstag, 31.Juli 2008 · 10 Kommentare

Wenn die Frauen Colette, Paulette, Claudine oder Juliette heissen und ihre langen Haare im Nacken zusammen binden.
Wenn an den Hängen Spitzenwein wächst und die Orte darunter wie putzige Häuser aus einem Monopolyspiel aussehen, die jemand unwillkürlich in die Landschaft gehaucht hat.
Wenn plötzlich dutzende von Störchen über einem Dorf kreisen und zu ihren Nestern auf dem Dorfplatz fliegen.
Und die Menschen abends gegen elf die Restaurants schliessen, die Dörfer ins NachtKoma fallen, dann ist man im Elsass.
(Lila, der Nachtmensch, bedauert es noch immer, dass sie morgens um zwei keinen Ort fand, um die gefühlte Party  bis zum Exzess auszukosten. )

 
Mein persönlicher Luxus besteht darin, einfach mal wegzufahren.
Meine Baustellen sein lassen und meine Verpflichtungen ebenso. Dafür Vollgas an den Horizont, losfahren, kleine Wolken als Begleiter.
Wenn es Momente gäbe, an denen ich Wolken essen könnte, dann sind es jene meiner inneren Freiheit, wenn die Landschaft an mir vorbeizieht. Mich lockt. Meine Augen kitzelt und mich einlädt, einfach anzuhalten.
Ich mich fallen lassen kann, innen***aussen, auf eine Wiese und die Oliven und das Brot zu essen und den Wein zu trinken. Der dort wuchs und gekauft wurde. Spüren wie die Anspannung mit jeder Sekunde nachlässt und die Haare sich vor Freude kräuseln und in Locken werfen.
Das Bauchgefühl wieder da ist, warm und weich. Einatmen, ausatmen. Sich selber so ausgeprägt genügen, dass ein plötzlicher Tod als mögliche Erweiterung des Gefühls richtig zu sein scheint. Weil man sich gefühlsmässig so treiben lassen kann, dass man sich vorkommt wie in einem Film vom Fliegen. Hoch, höher.Wenn die Gespräche mit dem Gegenüber sich nicht mit Alltagsproblemen beschäftigt, sondern gefühlte Stunden lachend und fühlend sich darüber auslassen kann, wieviele Wumm es im Leben gibt…Dann ist das wie der Regenbogen, der sich über die eh schon perfekte Szene spannt.Manchmal ist das Leben eben doch ein kitschiger Hollywoodfilm. Einer mit einem weiten Horizont, Zuckerwolken, einem Regenbogen und einem gepflüsterten Oh und dem bestimmten ‘zack’ am Ende eines Satzes.
Und ich weigere mich, hier zuhause mit beiden Füssen auf dem Boden zu stehen: Mit einem Fuss tanze ich noch immer in der Luft.  Ich kann das, ohne umzufallen. 

..tres francais: Coralie.

 

 

Kategorien: Schreiben

Bunt

Mittwoch, 30.Juli 2008 · 3 Kommentare

Kategorien: Schreiben

an den Horizont

Montag, 28.Juli 2008 · Kommentar schreiben

 

…ich bin mal weg…

Kategorien: Schreiben

Luftsprünge

Sonntag, 27.Juli 2008 · 2 Kommentare

Chilli essen macht glücklich.
Sagt er. Und ich glaube ihm, nachdem er mir erklärt hat, warum das so ist.
Zuerst war er oben, zusammen mit ihr, während ich unten blieb. Meiner latenten Höhenangst wegen.
Unter uns die Stadt meines Herzens.
Dann waren wir gemeinsam unten. Alle drei.
Um mit zunehmendem Lachen und Gesprächen festzustellen: Sie sind nett, die Blogger.
Er besonders.

Heute gearbeitet mit der Vorfreude auf die nächsten Tage, das tun, was ich so liebe:
Wegfahren. Einfach weg.Luftsprünge machen und eine andere Welt sehen. Wenn es auch nur
für ein paar Tage ist.
Irgendwo ein Croissant essen, ein Cafe au lait trinken, Eindrücke aufsaugen und Geschichten
erfinden. Impressionen sammeln und Geschichten er-leben-er-denken-er-fühlen.

Heute zudem die eigene Verletzlichkeit mit ihr geteilt. Gefühlte Stunden im Garten verbracht und
eine tiefe Freundschaft wieder zum Leben erweckt, die eine lange Weile schwach atmend im Koma lag.
Sie ist unbezahlbar, zum Glück, und wieder in meinem Leben.

Kategorien: Schreiben

God knows

Samstag, 26.Juli 2008 · 3 Kommentare

Mando diao…god knows
Komm. Tanz mit mir.

Kategorien: Fühlen · Musik

Der Einbrecher

Samstag, 26.Juli 2008 · 6 Kommentare

Wie bekommt man als fünfzehnjähriges Mädchen, spätabends gegen halb elf, ein Dutzend Jungs dazu, dass sie sich auf ihre Mofas schwingen und zu ihr fahren ? Angeführt von ihrem grossen Bruder ?
Und wie bekommt man es hin, dass die Mutter, die ihrerseits sich in Luzern in bester Feierlaune sich befindet, dies zeitgleich ebenfalls zu tun ?
(Und sich von einem wirklich hübschen Mann heim fahren lässt)
Ganz einfach. Man ruft auf dem Handy der Mutter an und flüstert : Mam ! Oben ist jemand. Ich höre es !Da ist jemand im Haus…

Anschliessend wird diese Mitteilung noch via MSN und sms und Telefon den besten Freunden mitgeteilt, weil man alleine zuhause ist und Angst hat.

Fazit: Jede Menge Freunde finden sich im Dunkel der Nacht ein, und als die Mutter dann vor Ort ist, trifft sie eine Party an. Schliesslich ist man froh, dass kein Monster/Killer/Alien (Leser sucht sich das für ihn passende aus) im Haus ist.
Die Mutter feiert mit dem Helden, der sie heimfuhr, bis morgens eben zuhause. Geht auch.

Kategorien: Leben · Staunen

Menschlich ?

Freitag, 25.Juli 2008 · 8 Kommentare

Glück ?
Tu was du willst, du darfst einfach keinen Spass haben dabei.
Notfalls lass dir von jemand sagen, dass du doch unmöglich Freude an einem einfachen
Glas Wasser haben kannst, wenn Kinder in Afrika verhungern.
Liebe ?
Zweifle daran, frage deinen Liebsten so lange liebst du mich ? Wirklich ? Ganz richtig ?
Bist du sicher ?
Bis der andere erschöpft aufgibt und du so gesehen recht hast: Zweifle an der Liebe.
Vetrauen ?
Überprüfe alles, was dir gesagt wird. Kolumbus glaubte schliesslich auch, in Indien angekommen zu sein, und hatte Unrecht. Hinterfrage alles, was dir entgegengebracht wird. So hast du die Kontrolle und immer recht.
Klischee.
Schubladisiere. Sei dir bewusst, dass jeder genau so ist, wie irgendwo beschrieben. Der Italiener ist temperamentvoll und der Berner langsam. Der Deutsche ordentlich und wer einen Schleier trägt, ist automatisch unglücklich und unterdrückt.
Ach ja, und glaube den Horoskopen und den Erklärungen zu den Sternzeichen. Schliesslich ist jeder Steinbock wie der andere.
(Je weniger man vom anderen weiss, um so überzeugter ist man, den anderen zu kennen)
Projiziere.
Schliess von dir auf andere. Wenn du nicht zuhören kannst, nimm an, dass es der andere auch nicht tun kann. Oder, noch besser, negiere es bei dir und wirf es dem anderen vor: Nie hörst du mir zu . Reflektiere dich nicht selber, niemals.
Du weisst alles besser.
Egal was passiert, du hast es vorausgesehen. Weil du ja immer alles besser weisst.
Der Mechanismus funktioniert, sei misstrauisch. Und:
Du bist das Opfer.
Immer. Paradoxerweise bist du nie schuld an etwas und deinem Leben : Du bekommst eine Busse für zu schnelles Autofahren ? Die Polizei ist schuld,schliesslich hast du nichts falsch gemacht.
Bist du psychologisch geschult, mach aus deiner Rolle im Leben eine Erbschuld: Die Mutter wars. (In seltenen Fällen der Vater)

Es gibt niemals nur eine Wirklichkeit. Sondern noch mindestens die des anderen.

Kategorien: Schreiben

save me

Donnerstag, 24.Juli 2008 · 8 Kommentare

Heute einer zugedröhnten Hummel zugesehen, wie sie von Blüte zu Blüte flog. Sich augenscheinlich lustvoll im Blütenstaub wälzte, und dann weiterzog. Zur nächsten Blüte, freudig summend. Über mir der blau blaue Himmel, in den Ohren die Musik von Coldplay (danke grosser Mitbewohner !) und über mir die Äste der Akazie: Als ich das Grundstück zu villa lila übernahm, stand sie noch nicht  da. Sie wuchs Jahr um Jahr grösser und breiter und stärker. Heute entschied ich, dass sie etwa ihren siebten Sommer hat.
Ich erklärte den heutigen Tag zu Weihnachten, hing Mobiles und Federn und baumelden Glitzerkram in die Äste, sah wie die Sonne sich spiegelnd darin brach und war glücklich.
 
Etwas später ins Freibad gefahren und einen Hechtsprung ins Wasser gemacht. Als ich auftauchte, spürte ich, dass mein Oberteil den Busen mit Schwung entlassen hatte und irgendwo auf der Hüfte hing. Das Oberteil, nicht die Brust. Während ich noch verwirrt und nach Luft schnappend versuchte, das Teil wieder an den richtigen Platz zu rücken, schrie eine ältere Latinofrau am Beckenrand: Jesus. Maria und Josef !
Um Himmels willen, so schlimm ist das auch nicht, dass sie leidenschaftlich ihre Heiligen zu Hilfe rufen muss. Mamma mia ! Platsch machte es neben mir, spritze mich voll und (gut gemacht Lila) geistesgegenwärtig packte ich das zappelnde Bündel neben mir und reichte es der üppigen Frau, die ihre Arme über den Beckenrand schob. Sie schrie noch lauter, Worte die viele oh und ah und uuhh enthielten.
Der Kleine weinte, ein etwa drei Jahre altes Kind, hustete und ich wurde an ihren Busen gedrückt.

Nein, nein. Schon gut …Lila heisse ich. Nein, das hätte jeder gemacht. Das Leben gerettet ? Nein, sie übertreiben.

 

 
 Zuhause  den Stuhl unter die Weihnachts-Akazie geschoben. Mich hingesetzt und mir bewusst worden, dass ich seit langem nicht mehr so intensiv spürte, dass ich geliebt werde.
Liebe als etwas umfassendes und die Liebe, die eine Liebe, die sms schreibt und Mails und mit mir telefoniert und deren Gedanken sich mit meinen kreuzen.
Liebe als eine kraftvolle Essenz, die vereint, vergibt, nicht wertet, grenzenlos verschmilzt, bedingungslos einfach IST.

Kategorien: Fühlen · Leben

Die Wolken küssen

Mittwoch, 23.Juli 2008 · 5 Kommentare

Wann bist du das letzte mal Pedalo (Tretboot) gefahren und hast auf der Mitte des Sees die Füsse ins Wasser baumeln lassen ?
Dabei dieses Gefühl gehabt, dass es kein oben und kein unten gibt. Dass rechts und links keine Gültigkeit mehr haben und innen und aussen nur noch eins sind ?

Ich werde heute endlich in eine Wolke beissen oder darauf herumhüpfen, vielleicht von einer Wolke zur anderen, so lange, bis ich müde bin.
Oder mich neben eine Katze legen, im Schatten des Lavendels im Garten, und mit ihren Augen in die Welt schauen.
(Gut, wenn sie irgendwann auf die Idee kommt, eine Maus zu jagen, habe ich ein Problem mit meinem Versuch,Katze zu sein.)
Ich werde Steine in den See werfen, heute, und erst aufgeben, wenn sie fünfzehn mal über dem Wasser hüpften.
Oder mein Buch zu Ende lesen, im Birnbaumschatten, obwohl ich weiss, dass noch zweihundert Seiten fehlen bis zum glorreichen Ende.
Ich werde die Staffelei in den Garten stellen und ein neues Bild malen. Pinselstrich um Pinselstrich die weisse Leinwand mit bunter Farbe zum Leben erwecken.
Oder die Brombeeren pflücken, mir dabei im Kampf mit den Dornen Risse in den Armen holen und eine Notsms dem Lieblinsgmann schicken: Rette mich !
Sei mein Held und rette mich aus der Umklammerung eines zornigen Drachen …

Oder mich auf die Wiese legen mit dem Gesicht zum Himmel, darauf warten dass ein Himmugügu (ist das richtig geschrieben ?!) sich auf meine Nase setzt.
Ich werde mit meinem Notizheft an den See gehen und dort die Gedanken fliegen lassen um mir Inspirationen für das Buch zu holen.
Oder ich werde mir  lila violet hill huntertundeinmal im replay anhören.Ich werde heute jegliche Baustelle meines Lebens Baustelle sein lassen. Heute haben die Arbeiter meiner Biografie und meiner Troubles frei. Geht. Macht blau.Doch doch. Kommt meinetwegen morgen wieder. Pünktlich.
Aber nicht heute, weil ich heute nicht da bin. Einfach nicht da.Punktum. 

 

 

Kategorien: Schreiben

Award

Mittwoch, 23.Juli 2008 · 2 Kommentare

 

Ich bekam einen Award. Zack…Finde ich gut und verwirrt mich etwas.
Weil ich den weitergeben darf, an Schreibende von jenen Blogs, die sich hervortun durch Kreativität
und Inspiration. Jesses. Ich soll selektionieren und bewerten. Dazu brauche ich Zeit, glaubs.

Den Link zum Urspung des Awards setze ich nicht, weil der nichts mit der Auszeichnung als solche zu tun hat, sondern nur die Traffic einer Site hebt, die nicht wirklich was mit kreativem Blogen zu tun hat.

Danke schwarzer Kafka  für den Award ! Habe mich riesig gefreut .

Kategorien: Sehen · Staunen