Madame Lila

Von Menschen und Schwänen

Sonntag, 10.August 2008 · 11 Kommentare

In Luzern, das konnten wir gestern feststellen, ist die äussere Ordnung so verpflichtend, dass sogar die Schwäne auf dem See nur in eine Richtung schwimmen. Nachts.
Und in einer kontrollierten, präzisen Kolonne. Und das lag, um die Zyniker hier zu beruhigen, nicht am Caipiriniha, den es war der erste des Abends. Und auch nicht am Curry, das wir beim besten Inder der Stadt zuvor gegessen haben. Sie schwimmen, um beim Thema zu bleiben, alle in Richtung Seebrücke und werden dort, wie der Lieblingsmensch von Frau frogg vermutet, von einem Schiff eingesammelt und wieder an den Start zurück gebracht.
Ich teile diese Ansicht nicht, schwieg aber. Während der Lachpause.

 

Ich denke eher an schwarze Löcher, welche die Schwäne verschlucken.
Meine Verwirrung war  anderer Art, nicht kosmisch, und lag daran, dass ich eine Hand auf meinem Oberschenkel hatte, die meine Sinne verwirrte.
Oder daran, dass ich, die selten hohe Schuhe trägt, gerade dieselben ausgezogen hatte und fortan Barfuss lief.
Der Grund an diesem Abend quälend enge Schuhe zu tragen, war eine schwesterliche: Sie trägt immer welche, klagt dann über Blasen an den Füssen und ich, emphatisch, wollte hautnah fühlen, wie es ihr so geht. (Die Schuhe landen im Güsel, ganz sicher. )

Der Mojito in der Bar des Montana, art deco wie ich es liebe, schmeckte nach mehr. Der Klavierspieler tat sein übriges, um mich als Prinzessin  fühlen zu lassen.
Acqua überraschte mit einem grossen Wissen über Klassiker der ich-schmelze-dahin-Musik und gewann (fall ich richtig gezählt habe) den Songcontest im herausfinden, was er am Klavier spielte: Neun Punkte sind es, glaubs, die sie zur Königin machten.
Wobei ich die Liste toppte, indem ich herausfand, was er als nächstes spielen würde.
Wie das funktioniert ? Oh, das verrate ich nicht. Das ist wie mit den Schmetterlingen, die ich verschenke: Es funktioniert und ich lasse mir dabei ungern in die Karten sehen.
Ein wundervoller Abend, mit Menschen die nahe an meinem Herzen atmen, ging irgendwann im Dunkel der Nacht zu Ende.
 
Notiz an mich: Frogg fragen, was für einen Lippenstift sie verwendet, der einen ganzen Abend lang rot leuchtend an ihren Lippen hing. Und nicht verblasste.
(Meinen eigenen esse ich ja immer nach ein paar Minuten weg. )
Und: Füsse waschen. Unbedingt. Ich glaube, es klebt ein Kaugummi dran.

Kategorien: Fühlen · Leben · Schreiben

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