Madame Lila

Beiträge vom Dezember 2008

Uhu ?

Dienstag, 30.Dezember 2008 · 9 Kommentare

Ich bin zur Zeit durch Job und Feiertage ziemlich ausgebucht. Der Blog wird dann wieder gefüttert, wenn ich mehr Zeit habe.
Sinnvoller Vorsatz fürs neue Jahr: Zeitnischen finden und sie an mich binden. Mit Superkleber.

Kategorien: Fühlen

Platons Liebe

Freitag, 26.Dezember 2008 · Kommentar schreiben

Wir sassen nächtelang nebeneinander. Haben zuviel von deinem Whisky getrunken, zuviel geraucht und haben die Träume und Gedanken geteilt.
Manchmal auch unser Schweigen. Du hast mir vom Schimmelreiter erzählt, der nachts durch deine Kinderwelt ritt. Und vom Deich, den du aus dem Fenster deines Zimmer sehen konntest. Du konntest mich faszinieren mit den Erlebnissen in Ägypten, den Tuareg und dem Mythos der Sumerer. Wenn wir abends weg gingen und mit deinem Auto durch Hamburg fuhren, blieben die Leute stehen. Alte Frauen schüttelten entsetzt den Kopf, machten sich mit ihren Händen das Kreuz auf die Brust. Ich lachte darüber, du warst diese Reaktionen gewohnt. Für mich waren sie neu. ohsldorf
Es war kalt und es roch für mich ungewohnt nach Salzwasser, der Wind blies immer etwas und du hattest die Gewohnheit, mir die Enden des Schals vorne in die Jacke zu stecken.

Manchmal standen wir bei den grossen Schiffen, sponnen zusammen Geschichten über das Ziel ihrer Reise. Und wie es wäre, wenn wir als blinde Passagiere mitfahren würden.

Wenn wir unsere Nasenspitzen nicht mehr fühlen konnten, weil wir Eisklötze waren, wärmten wir uns in Kneipen . Die SchickiMickiSzene war nie unsere Welt. Schwiegen manchmal, liessen die Menschen dort auf uns wirken. Hörten ihnen zu: Futter für deine Bücher und für  meine Geschichten.

 

Wir lasen die gleichen Bücher. Dachten oft das gleiche manchmal genügte der Blick des einen, damit der andere verstand.
Dir ging es damals nicht gut, ich habe dich zu den Therapien begleitet und während die Infusion lief, habe ich dir erzählt. Geschichten. Um dich abzulenken.
Während andere Patienten uns umflossen, sich fragend, was wir uns zuflüstern.

Im Sommer sah Hamburg anders aus, fühlte sich anders an.  Du hast mich am Bahnhof abgeholt. Weisst du noch wie du viel zu früh dort warst, weil du befürchtet hast, dass ich mich verlaufe ? Wir sassen abends draussen bei den Bäumen, bis wir die Augen nicht  mehr offen halten konnten.
Du hast mir von Platons Gleichnis erzählt. Davon, dass die Menschen kugelige Wesen waren, die den Zorn der Götter auf sich zogen. Diese trennten die Menschenwesen in zwei Teile. Und seither, hast du gesagt, rollen sie als Hälften herum und suchen die andere Hälfte. Um ganz zu sein.
Ein paar Jahre waren wir ganz. Platonische Liebe.
Dann gingst du verloren.

 

 

 

 

 

Nachts
Wenn du in Träumen liegst
Sammle ich deine Atemzüge
Auf meiner Feder
Verspinne sie

Mit meinen Gedanken
Zu geheimnisvollen Wörter
Schreibe daraus ein zartes Gedicht
Füge sanfte Liebkosungen ein
Benetze es mit deinem Duft
Wo ich nicht da bin 
Um die frierende Seele zu wärmen
Schlinge die Wörter mit deiner Zärtlichkeit
Um deinen Leib
Verknote es mit mir
© Kai-Uwe Götz

Kategorien: Befindlichkeiten · Fühlen

x mas

Mittwoch, 24.Dezember 2008 · 10 Kommentare

Ich wünsche dir….
 
  • …dass du den Hebel umlegen kannst, wenn dir danach ist.
  • …Menschen, die sich in dich hineindenken können, wenn du nicht reden kannst.
  • …Kaffee, der sich selber organisiert und niemals ausgeht. (schon gar nicht frühmorgens. Genaus soll es mit der Milch gehen. Sie füllt sich selbst.)
  • …einen Menschen, der dich bei Rot an der Ampel küsst, damit du nicht ungeduldig trippelst.
  • …Schuhe, bei denen du nicht auf dem Glatteis ausrutscht. Und die, passend zu den Klamotten, die Farbe wechseln.
  • …eine Katze in Kuschellaune, wenn dir danach ist.
  • …ein Vanille/Mandarine/Cocosbad und 99 brennende Kerzen auf dem Rand der Badewanne
  • …jede Tag ein post it mit einer Liebeserklärung, irgendwo hingeklebt
  • …und ein strahlendes Lachen, wenn du sie findest
  • …eine Hand, die sich auf dein Herz legt und es ruhig macht
  • …ein Auto, das Gefahren voraussieht und dann bremst, wenn es nötig ist
  • …Arbeitskollegen, die dich loben und dich unterstützen, wenn du einen bad day hast.
  • …und auch sonst.
  • …Haare, die über Nacht mindestens zwölf centimeter wachsen. (Sofern du eine Frau bist)
  • …die Zauberhand, die für dich Sterne abends anknippst. Und morgens wieder löscht
  • …deine Lieblingsrockband, die nur für dich alleine im Wohnzimmer ein Konzert macht
  • …eine Mütze, die zur Tarnkappe wird, wenn du unsichtbar sein willst
  • …eine Bahn, die auf dich wartet und niemals vor deiner Nase wegfährt
  • …Schokolade, die nur glücklich macht, aber niemals dick
 
Sinnliche Feiertage euch da draussen.

Kategorien: Leben

Dezemberküsse

Montag, 22.Dezember 2008 · 4 Kommentare

-Willst du mit mir gehen ?
Hat er mich damals gefragt. Zuerst hatten wir geküsst und ich fror.Nicht der Küsse wegen, sondern weil es Spätherbst war. Unten im Dorf hatten sie die Weihnachtssterne schon über der Strasse aufgehängt.

Wir sassen oben auf der Mauer der Burg und ich trug eine Levis Jeansjacke. Die war damals Kult: Meine Eltern wollten mir keine kaufen. Diejenige, die ich der Kälte wegen um mich schlang -bevor ich ihn ver umschlang- gehörte meiner Freundin . Die Jacke für diesen Abend zu tragen, erforderte einiges an Überzeugung und, im Gegenzug, zwei Pullover von mir an sie. (Den einen übrigens, sah ich nie mehr wieder. Ich will ihn zurück.)
Er war der schönste Junge vom Schulhaus. Zumindest für mich . Die paar Pickel in seinem Gesicht störten mich nicht. Auch nicht. Dass er kaum grösser war als ich selbst.Wir rauchten Mentholzigaretten, wenn er mir Feuer gab, hielt er meine Hand fest . Ich hoffte, dass er das Zittern nicht bemerkte oder es der Kälte zuschrieb.
Er roch nach Leder, Motorenoel. und er fuhr ein Puch maxi. mit einer verlängerten Gabel.
Geredet haben wir an dem Abend nicht viel, es gab einfach nichts zu sagen. Dafür um so mehr zu küssen.
Obwohl wir uns schworen, dass wir für immer zusammen bleiben und das unser Geheimnis sein würde, wusste es am nächsten Tag die ganze Schule. Ein paar Wochen lang steckten wir einander kleine Zettel in die Schuhe oder die Jackentasche. Liebesschwüre, die mit blauer Tinte und einem Pelikanfüller geschrieben wurden.
Ich habe ihn, wie viele andere, nach der Schule nie wieder gesehen.Vielleicht hat er heute 17 Kinder und einen dicken Bauch.

 

 Als mich gestern Arme umschlangen, während wir durch die Kälte liefen, schob ich meine Nase tief in das Leder seiner Jacke. Ich hab dich lieb, dachte ich.
Der Brief, den er heute morgen zurück liess auf meinem Bett, war nicht mit Tinte geschrieben.
Aber das macht nichts. Wir sind schliesslich nicht mehr vierzehn.

 

Razorlight…wire to wire

Kategorien: Befindlichkeiten · Fühlen

Käfer mögen Schnee nicht

Freitag, 19.Dezember 2008 · 2 Kommentare

Ich habe die Nacht mit Kafka verbracht. Morgens zerknautscht aufgestanden. (Ich benutze das Wort ‘erwacht’ bewusst nicht. Wach werde ich ja erst nach vier Stunden aufgestanden)
Erlebte die Metamorphose zu einem dicken Käfer, der sich weigert, raus in den kalten Schnee zu gehen.
Gerettet hat mich die alte Dame, die mich heute früh im Patientenzimmer mit - guten Morgen mein süsser Engel - begrüsste.

Plötzlich brach die Käferhülle auf und entliess ein strahlendes Lächeln.

Kategorien: Befindlichkeiten

Neue Freunde – nur geträumt

Donnerstag, 18.Dezember 2008 · 6 Kommentare

Das Übel begann heute sehr früh. Um punkt sechs Uhr, um genau zu sein. Es kitzelte mich nicht etwa zärtlich wach, sondern trommelte laut in meine Ohren. handy-0041
Bligg ? Sido ? Fler ? 2pac? Die momentan gedachte Apocalypse wars nicht, sondern die da weckten mich ungewohnt laut.
Aus dem Handy, das offenbar nicht meins ist,  kamen die zu lauten Töne. Schlaftrunken galt mein erster Reflex dem Griff nach dem lauten Ding, um es zu zerstören. Die Frage anschliessend war folgende: Wessen Handy ist das ?!
Die Frage würde sich später klären.
Zuerst klickte ich mich durch die Telefonnummern und, juhuuiiii, ich hatte doch tatsächlich 75 neue Freunde ! Und das über Nacht, welch wundervolle Fügung.
Bei Ego blähte sich kurzzeitig und nahm gigantische Ausmasse an. Was hatte ich letzte Nacht getrieben ? Zuviel Prosecco ?
Andre, Andri, Michi, Nadine, Päddy, Laura, Chantal,Chrigi, Denis, Domi …Keiner dieser Namen weckte eine Erinnerung.
Ausserdem war das nicht mein Handy, was ich im Glück über die neuen Freunde verdrängte.
 
Ich beschloss das einsame Handy zu adoptieren. Schliesslich war es doch im Grunde genauso alleine wie ich. Wir wuchsen zusammen, eine Zweckgemeinschaft
viel zu früh erwachter Seelen. Zusammen gingen wir arbeiten. Das kleine Ding in meinen Jeans und ich.
In der Mittagpause, meine Synapsen akzeptieren Impulse erst ab 12.00, die Ernüchterung: Das Cornflakegirl ! (Ihres Zeichens grosse Schwester, kleine Schwester und überallesgeliebte Tochter) .
Sie war am Vorabend der Meinung gewesen, mein Handy sei viel cooler als das ihre. Entschlossen forderte sie den Tausch von ihrem mit meinem. Sie versicherte mir zudem glaubhaft, dass sie einen konsequenten Datentransver machen würde und ich am nächsten Morgen alles zu meiner Zufriedenheit vorfinden würde.
Was, wie erläutert, ganz und gar nicht so war.
 
Bligg .Sido . Fler . 2pac. Als Ruftöne. Anstelle von Metallica. 3 doors down. Audioslave. Alter bridge….
Sie mag mich nicht.
Zudem muss ich jetzt 75 Kontakte löschen, die allesamt unter 18 sind. Klick für Klick für Klick.
Sie hasst mich.
Da  bin ich mir jetzt sicher.

Kategorien: Hören · Leben

Die Auflösung

Mittwoch, 17.Dezember 2008 · 20 Kommentare

…the winner is …

2123

 

 

 

 

22

Wir sind gemein. *Tschakka*. Leider hat niemand gewonnen.
Aber es hat Spass gemacht mit euch. :-)

Kategorien: FotoArt · Leben

Wer ist wer ?

Mittwoch, 17.Dezember 2008 · 30 Kommentare

007Wer die Bilder richtig zuordnen kann, gewinnt ein Nachtessen:
Der Gewinner, oder die Gewinnerin, darf uns drei zu einem Essen einladen.
Eine gute Idee, finden wir.

Ziel: Die Schuhe den Tattoos und dem Dekollete zuordnen.
Zur Verfügung stellen sich:
die Rockgöre
Schwarzer Kafka
Lila

191

 20Und hierbei möchten wir uns entschuldigen bei der Besatzung des Fondueschiff gestern.
Danke fürs Verständnis, dass wir fastnackt eine Fotosession veranstalteten.

Lila =1
Kafka=2
Rockgöre=3

/Zwischenbilanz/

Roger :
Schuhfolge v.l.n.r.: 3, 1, 2
Ausschnitt: 1,3,2
Tattoo: 3,2,1

Nedganzbachert
Schuhe: 3, 1, 2
Ausschnitt: 1, 3, 2
Tattoo: 1, 2, 3

Sam
Schuhfolge v.l.n.r.: 1,3, 2
Ausschnitt: 1,3,2
Tattoo: 3,2,1

atwi
S: 132
D: 132
T: 123
 
Ray
S 2,3,1
D 1,2,3
T 2,3,1

 

Kategorien: FotoArt · Leben

Sms ABC

Dienstag, 16.Dezember 2008 · 5 Kommentare

Mein Handy hat eine T9 Funktion. Im Grunde weiss ich gar nicht, was das T9 bedeutet, aber es hilft mir, innert kurzer Zeit verständliche sms zu schreiben.
Ich schreibe  konsequent mit geringen Ausnahmen hochdeutsch, was mich als älteres Mädchen outet. Stört mich nicht im geringsten.
Die Wörter, die ich dem T9 in letzter Zeit beibrachte, sind folgende:
 
Arsch-archaisch-bammel-bisou-borstig-dekadent-durchgeknallt-düsen-eklig-gebloggt-gefroren-gopf-Gummibärchen-hammergeil-inkonsequent-Juhiiiii-Kaktus-knallrot-knallhart-lustvoll-Mus-Muschel-neurotisch-nervt-Ohrenwurm-Pi-Pinnwand-Purzelbaum-Paralelluniversum-Pneu-gepierct-Rampensau-randvoll-Runzeln-rutschig-subito!-sauer-Sphäre-Schnecke-Shisha-Schizophren-schwammig-Sternenzauber-tami!-Teambildung-umgefallen-Vanille-verdammt-vino-Zappeln-zickig-Zimtstern.
 
Und: Nein. Die Wörter sagen gar nichts über die Schreiberin aus. Glaube ich.  

Kategorien: Befindlichkeiten

Dunkelrote Hysterie

Dienstag, 16.Dezember 2008 · 7 Kommentare

Als Fachfrau habe ich keine Probleme mit der Wundversorgung der Patienten. Ich tue das sogar ausgesprochen gern: Keine Wunde die zu übel für meinen Geschmack ist, ich mag die Herausforderung an meine Feinmotorik. Das Jonglieren mit sterilen Instrumenten passt.
 
An mir selbst ist das natürlich etwas anderes: Das Trinkglas in meinen Händen zerbrach und hinterliess einen glatten, sauberen Schnitt in meiner Hand. Nach dem ersten Erstaunen Ist das Blut ?und Ist das meine Hand ?! dann die erste, sachliche Analyse. Muss nicht genäht werden, ist okay. Pflaster drüber und fertig.
Nun, Adrenalin braucht bei mir eine Weile, bis es die hysterischen Regionen in mir überschwemmt. Aber sie schaffen es immer.
Bevor ich die Schublade mit den Pflaster erreiche, flüstere ich dem Hund vorsorglich zu : Hol Hilfe ! Hol Handy ! Hol Nadel und Faden! (Nein, nicht Sitz und Platz. Jetzt nicht ! Ich sterbe !)
Ich stelle mir vor, meine Fantasie ist grenzenlos, wie ich vor der Spüle verbluten würde. Meine Mitbewohner würden mich erst Abends vorfinden. RIP liebe Lila. Gestorben bevor sie
die rettende Schublade mit dem erste Hilfe Zeug erreichte. Oder dann, vielleicht erst in ein paar Tagen, an einer Sepsis – ausgelöst durch das schmutzige Glas.
Reicht die mir verbleibende Zeit, um mich von meinen Mitbewohnern und den Freunden zu verabschieden ? Ich werde heute Abend nicht auf dem Fondueschiff sein können, absagen, unbedingt, vielleicht reicht die Zeit.  
Mit letzter Kraft klebe ich ein Pflaster über den blutenden Schnitt. (Die roten Tropfen am Boden werde ich stehen lassen. Sonst glaubt mir niemand, an was für einer Katastrophe ich knapp entglitt)
 
Alles ist okay jetzt. Hand ist weiter beweglich und sogar imstande, zu bloggen.
 
Irgendjemand wird mich heute vielleicht mitfühlend,  mit gerunzelter Stirne und dem Blick auf die Hand fragen: Ohh. Schlimm ?!
„Ach nein …“ Werde ich abwinken, ich bin die coole Fachfrau. „Nur ein kleiner Kratzer !“
 
Gavin Rossdale…das schönste Adrenalin

Kategorien: Fühlen