Madame Lila

Beiträge vom April 2009

crossroads

Donnerstag, 30.April 2008 · 3 Kommentare

Kategorien: Musik

Liebe und harte Sounds

Mittwoch, 29.April 2008 · 6 Kommentare

Das Wort des gestrigen Abends : Motherfucker.
Es wurde Pogo getanzt gestern Abend, zumindest bei jenen, die noch nicht mein gemässigtes Alter erreicht haben. Party und laute Musik gabs allemal:
die dunkle Seite von Lila wurde dankbar gefüttert.
 
Liebe ist….wenn Lila nach einem Konzert ausgepowert nachts zu ihrem Auto zurück kommt und dort hinter dem Scheibenwischer eine Rose findet.
Und eine Muschel: Kannst du das Meer rauschen hören ?
Ich kann. Und ich kann seine Augen sehen, wenn ich meine schliesse: Grün mit einer goldenen Aurora um die Pupille herum. Die Lust, dort einzutauchen und erst wieder auftauchen,
wenn die Lunge fast platzt, ist unermesslich.

Kategorien: Lieben · Musik

Der Nachbar

Montag, 27.April 2008 · 8 Kommentare

Jeden Morgen nach dem Aufstehen schaue ich irgendwann zum Fenster nach Westen raus. Meistens barfuss und mit der Zahnbürste im Mund. Dort kann ich den See sehen, wenn die Bäume noch kein Laub tragen. Und einen Garten, dessen Beete so akkurat gradlinig sind, dass sie so aussehen, als wären sie zuerst mit Bleistift auf Papier gezeichnet worden. Rund um die Gartenbeete herum sind immer Blumen. Nach Farben und Saison geordnet. Und wenn dann das Gemüse wächst, tut es auch das in schönen Reihen. Kein Blumenkohl und kein Salat scheint es zu wagen, aus der Reihe zu tanzen.
Manchmal sehe ich ihn morgens schon in seinem Garten; er schreitet gelassen durch seine Reihen, kontrolliert wie ein Feldwebel seine Pflanzen. Ich kann ihn nicht hören, aber ich kann sehen, dass er mit seinen Gewächsen redet.
Neben seinem alten Haus hat er das Holz für den Winter aufgeschichtet, es reicht mindestens für drei Winter. Harte Winter. Das Holz ist genauso ordentlich aufgetürmt. Die Enden sehen wie blank poliert aus.
Er trägt Hosenträger und manchmal Levis Jeans . Das einzige, was bei ihm nicht gradlinig verläuft, sind die Knitterfalten seines Lebens im Gesicht.
„Jaja. Es sollte mal wieder regnen…“ Sagt er mir manchmal, wenn wir uns sehen. Oder, je nachdem: „Blöder Regen. Morgen gibts Sonne…“ Er spricht am liebsten über das Wetter.
Oder darüber, dass eines seiner Hühner vom Fuchs geschnappt wurde.
Im Sommer oder wenn das Wetter warm ist, trägt er seine Frau in den Garten, die wegen ihrer Osteoporose nicht mehr alleine gehen kann, und setzt sie in einen Gartenstuhl.
Dort raucht sie Zigaretten,eine nach der anderen, gibt ihm Anweisungen, wo noch Unkraut wächst, das ihm entgangen ist.
Weil ihr Garten im Grunde viel zu gross für sie beide ist, bekomme ich im Sommer Unmengen von Tomaten, Salat und Karotten. Und er mein schönstes Lächeln dafür. Oder ich fange eines seiner Hühner ein, wenn sie mal wieder flüchten, und scheuche es zurück in den Stall. Dann liegen am nächsten Tag Eier vor meiner Türe.
 Blankgeputzt.

Kategorien: Befindlichkeiten · Leben

Dämone schlafen nicht, sie tun nur so.

Freitag, 24.April 2008 · 3 Kommentare

Als er den Raum verliess, sass sie still am Tisch. Als er ihn ein paar Minuten später  wieder betrat, ertrank sie fast in ihren Tränen. Ihren Blick starr an den Horizont gerichtet, sah sie Bilder vorbeiziehen, die sie noch trauriger machten, als sie doch schon war.
Wenn sie weinte, tat sie es ausgiebig. Flutete Räume mit ihren Tränen. Bis sie keine mehr hatte. Er gab ihr Taschentücher und eine Schulter, die sie vollweinen konnte. Hielt sie fest, damit sie wieder atmen konnte…
Sie wusste schon Wochen vorher, dass dieser Tag kommen würde, der sie unendlich traurig machte. Aber sie schob den Gedanken weit weg. Wie einen Zahnarzttermin oder das Ausfüllen der Steuerrechnung. Ihr war es nicht möglich, sich vorzubereiten : Als Kind schloss sie die Augen, wenn etwas schlimmes geschah, in der Hoffnung, dass alles wieder heil war, wenn sie die Augen wieder öffnete. So verfuhr sie auch in dieser Situation: Nicht hinsehen. Das Monster schläft, weck es nicht, indem du es ansiehst.
Er stand aber pünktlich vor ihr, sabbernd und mit gefletschten Zähnen, und forderte das Lösegeld.
 
Als sie wieder reden konnte, sagte sie: „Das ist so, wie wenn eine Liebe zerbricht oder der Geliebte einem verlässt.“
„Es ist fast schlimmer.“ Erwiederte er. Und diesmal schluckte sie die Tränen hinunter. Damit sie am nächsten Tag noch welche haben würde.

Kategorien: Befindlichkeiten · Fühlen

Safrangelb

Donnerstag, 23.April 2008 · 5 Kommentare

fusse

Manchmal gibt es nichts zu erzählen. Dann bleibt es still. Zuweilen gäbe es auch aber soviel zu sagen, dass man aus den Bildern kaum verständliche Buchstabenreihen zustande bringt.
Und manchmal ist die Lebenslust so safrangelb und purzelbäumig, dass man die selbstbestimmte Zeit lieber draussen verbringt, als vor dem Rechner.

Kategorien: FotoArt · Fühlen · Träumen

Bleibst du ?

Dienstag, 21.April 2008 · 1 Kommentar

-Schläfst du heute Nacht hier ?
 
-Ja, ich denke schon.
 
-Gut ! Ich freue mich darüber. Aber…
 
-Ja ?
 
-Hast du denn ein Pijama dabei ?
 
-Nein, ich….
 
-Macht nichts….(sagt sie lächelnd)…Papa leiht dir bestimmt eines.

 

Kategorien: Lieben

Moses und die Liebe

Montag, 20.April 2008 · Kommentar schreiben

Moses hatte lange Haare, lief meistens Barfuss und sprach nicht sehr viel. Es war die Zeit der hennaroten Haare, der ersten Levis 501 und der verrückten Gedanken: Die Welt wollte verändert werden, wir waren die Propheten der Liebe.
Er hatte diese Aura des Unnahbaren, des ungezähmten Wolfes. Einer, der uns Mädchen damals fast um den Verstand brachte. Einfach, indem er uns nicht beachtete und sich selber zu genügen schien. Wir buhlten um seine Aufmerksamkeit, flanierten entzückt um ihn herum und schworen uns selber alles mögliche, wenn er uns in seinen innersten Kreis schweben lassen würde.
Er tat es nicht. Dafür ging das Gerücht herum, dass er, wenn er einen Joint geraucht hatte, übers Wasser laufen konnte. Was er, wie er erzählte in einer seiner Momente, in denen er sprach, bei Vollmond regelmässig tat: Über den See laufen. Von einem Ende zum anderen.
Am Ende des Sommers hatte er noch immer keine von uns erhört, wir waren frustriert.
 Moses starb. Im Sommer nach dem Sommer an einer Überdosis .

Als ich letzte Woche am Grab von Jim Morrison stand, rüttelte Moses an meinen Gedanken: Was wäre er heute, dieser lonely Cowboy von damals ?
Hätte er ein Haus mit einer Hypothek, zwei Kinder und eine unzufriedene Frau ? Eine Glatze und einen dicken Bauch ? Würde er vielleicht Mittwochs ins Kegeln gehen oder Sonntags an ein Fussballspiel ? Ein Spiesser, der jeden Samstag den Rasen mäht, sich über die Kinder des Türken nebenan aufregt und glaubt, was in der Blickzeitung steht …?Einer, der die Pizza mit den Händen isst, dabei mit Käsefäden sein weisses Unterhemd beschmutzt und rülpsend Aldi Bier trinkt ?

 
 Wir haben nach der Nachricht von seinem Tod ein Trauerjahr gehalten, wir Mädels damals. Und wir waren überzeugt: Er hat uns doch geliebt. Vielleicht war er einfach zu schüchtern, um es zu zeigen.
Und selbstverständlich ging jede von uns schweigend davon aus, dass SIE die Auserwählte gewesen wäre.
 

 Iggy Pop…real wild child

Kategorien: Leben · Lieben

Paris und mon amour

Samstag, 18.April 2008 · 3 Kommentare

Ich war in مراكش, in Bombay, in Tokyo, in Dakar und in Jerusalem. Sie alle sind nur eine Metrostation voneinander entfernt. Manchmal tauchen sie auch überraschend auf, gleich um die Ecke.

Paris ist eine schöne Stadt, mit schönen Menschen .Stösst man irgendwann auf weniger schöne Lebewesen, sind es Touristen.049
Les Parisien (ich entscheide mich bewusst, sie nicht als Pariser zu betiteln) sind es gewohnt, 2000€ für eine 60m2 Wohnung zu bezahlen und (Sarkozy sei dank) ihren Abfall konsequent in die Mülltüten zu stecken, die überall hängen. Sie sind noch immer ein Volk von Rauchern, das lassen sie sich nicht nehmen, auf keinen Fall. Und sie treffen sich gegen Mitternacht an dunklen Ecken, stehen dort diszipliniert Schlange, um in den noch geöffeneten Tabac ihre Zigaretten zu kaufen. Wer jetzt davon ausgeht, dass sie die Filter zu Boden werfen, der hat recht. Nur liegen sie dort eben nicht im Gully oder auf der Strasse, sondern werden von den Clochard aufgesammelt. Zu Ende geraucht und danach wohl verfuttert.
Eigenartig ist auch ihre Art zu parken: Knallt Mensch beim Rückwärtseinparken auf die Stossstange des anderen, ist man richtig und lässt das Auto so stehen.

Paris ist auch eine freundliche Stadt. Sie nennen dort ihre Hunde und ihre Männer (manchmal auch ihre Nanas) chouchou, ma biche, mon bebe, cherie, mon trésor , mon lapin, mon minou…Klingt doch um einiges zärtlicher als das banale Mausi und Schatzi. Jemand sagte mal zu mir: „Il faut apprendre le français au lit.“ (Man sollte französisch im Bett lernen. ) Immer ? „Non“, war die Antwort. „Aber so oft als möglich“.

Paris ist auch heimtückisch: Sie kippen irgendwas in den Pernod der Touris, dass die anschliessend rund um den grossen Kreisel laufen, an dem sich anfangs ihr Hotel befand. Sie finden das Hotel natürlich dann nicht, und laufen weiter um den Kreisel herum, bis das Weibchen darauf besteht, dass sie genau hier schon mindestens einmal vorbei torkelten liefen. Und den Mann an ihrer Seite dann zielsicher zurück zum Hotel führen. Pernod ist schlimm. Finger weg davon.

Paris ist die Stadt der Metros. Um zur Place de la Nation zu fahren, muss man die 1 nehmen. Oder die 6. Aber niemals die 9, weil die in die andere Richtung fährt. Bei der Metrostation Oberkampf darf man nicht aussteigen, aber lachen über den Namen ist erlaubt.

Paris sehen und sterben. Das dachten sich wohl viele Promis und legten sich zum ewigen Schlaf nieder. Sarah Bernard oder la Piaf blieben uns verschollen, dafür grüssten wir Jim Morrison. Der, so erklärte mir jemand, an einer Überdosis Pernod starb. „Intravenös natürlich !“ Aber klar, ich verstehe.

Paris ist unglaublich. Ich liebe es, immer wieder und wieder. Und Mr. T, mon amour, danke für deine Geduld, die mich durch das Chaos der Metro bugsierte. Der es immerhin über 100 h nonstopp mit mir aushielt. Sogar dann noch ruhig blieb, wenn ich Hunger hatte. Und das will was heissen….

 

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Kategorien: Leben · Lieben · Staunen

Der Himmel über Paris ist lila

Sonntag, 12.April 2008 · 3 Kommentare

 
paris1

 
Sie floh wärend dem Krieg aus dem Land der Croissant, des vin rouge und des savoir vivre…Folgte einem Franzosen in ein ruhiges Tal in den schweizer Bergen, lernte Deutsch reden, trug aber weiterhin ihren roten Lippenstift und die Sehnsucht nach Zuhause in ihrem Herzen. Sie bekamen drei Kinder. Die jüngste davon war meine Mutter. Sie liess mich als kleines Mädchen in den Zaubertrank fallen, der seither mein Fernweh pulsieren lässt.
Manchmal lässt es mich wochenlang in Ruhe, aber spätestens dann, wenn die Schwalben wieder zurück sind, kann ich nicht anders als dem Gefühl nachzugeben.
                                                                                                                                             
Je voulais juste vous prévenir que je pars a paris, je sais bien que cinq jours c’est pas très long, mais pour moi ça va l’être.
Ich bin dann mal weg…

pic von ihm

Kategorien: Befindlichkeiten · FotoArt · Leben

The jellyfishkiss

Samstag, 11.April 2008 · 1 Kommentar

medusa

Heute in Basel: Jellyfish…Wunderschön anzusehen. Aber küssen möchte doch lieber jemand anderes.

Kategorien: FotoArt