Madame Lila

Augenblick-lich

Freitag, 30.Oktober 2008 · 10 Kommentare

Ich will es. Und zwar sofort.

Das war schon immer so: Wenn ich etwas haben wollte, dann blieb mir keine Zeit, um darauf zu warten. Ich musste es haben.Sofort. Egal um was es ging. Das war bei einem Kaugummi so, bei der Anschaffung eines Hamsters oder dem absurden Wunsch von Sommer im Winter. Meistens wurden meine Wünsche nicht umgehend erfüllt.War es ein schicksalshafter Wunsch, klappte es eh nicht. Und meine Eltern waren der Ansicht, alle meine Wünsche zu erfüllen und das noch ohne Wartezeit, verderbe den Charakter.
Sie gingen da pädagogisch vor. Und ich litt.

Gelernt habe ich nichts daraus: Ich will noch heute meine Wünsche sofort erfüllt haben.

Gestern also fuhr ich zu dem einzigen Mann, der neben Mr.T und Wasser, meine Haut berühren darf. Er tut es derart qualvoll liebevoll, dass nur er meinen grossen Ansprüchen an Kunst gerecht wird. Und dass er dies baldmöglichst tut, war mir so klar wie irgendwas. (Leser sieht: Die Erziehung fruchtete nicht. Meine Eltern hätten mir genauso meine Wünsche postwendend erfüllen können.) Seine Freude mich zu sehen, war genauso gross wie meine.
Wir fachsimpelten. Er schaute sich sein Werk an meinem Rücken an, zeigte mir seine neuen Skizzen und Projekte .
Und er bot mir einen Whisky an. So früh am Nachmittag schon ? Naja. Warum nicht.
Sein Blick aus den blauen Augen ruhte mitleidig auf mir, als ich ihn schliesslich darum bat, mir einen Termin fürs nächste Tattooprojekt zu geben.
„Termin ? Der nächste ?“
Jajaja. Morgen wäre mir am liebsten. Oder übermorgen. Nun, bisschen unrealistisch. Lila ! Bleib auf dem Boden: Der Kerl ist wirklich gut, das wissen auch andere. Aber ganz bestimmt vor Weihnachten. Ist eh noch lange bis dahin.
„Süsse… “ Er nennt mich nicht Süsse. Aber er benutzte ein Wort, das ähnlich klingt und mich wohl darauf vorbereiten sollte, was er anschliessend sagte:
„…die Wartefrist beträgt momentan ein Jahr. Vor Oktober 2010 geht leider gar nichts.“

1Jahr = 365 Tage = 8 765 Stunden = 525 600 Minuten.
(Das kann man googeln. Ist das nicht verrückt ? Was haben wir früher gemacht, als es google nicht gab?)

Ich fiel in Ohnmacht. Dann beschloss ich, mich in einen Winterfrühlingsommerherbstschlaf zu begeben. Aus dem ich erst im nächsten Oktober erwachen werde.
//Bis dahin: Alles Gute meinen Leser und habt Verständnis, dass der Blog jetzt für eine Weile geschlossen wird. Dankeschön.//

 

Kategorien: Befindlichkeiten · Fühlen · Leben

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