Madame Lila

Nabelschau

Montag, 16.November 2008 · 12 Kommentare

sofa

Die letzte Woche liess mir kaum Zeit, um zu atmen. Die Tage weckten mich morgens mit einem Lächeln, das keines ist. Sie lockten mich mit falschen Versprechen,
„komm schon. Steh auf, das wird ein wundervoller Tag, total easy…“ , aus dem Bett. Dafür warfen sie mir tagsüber kistenweise Arbeit hinterher und Arbeitskolleginnen in zickiger Novemberlaune.
Ich werde sie nicht vermissen, die letzte Woche. Zudem: Hätte ich nicht so eine gute Erziehung genossen, würde ich den Tagen ein Merde ! hinterher rufen.

Als Ausgleich dazu war gestern ein Genusstag, der nicht nur den Bummel durch ein bisher unbekanntes, charismatisches Städtchen bereithielt. Sondern auch die visuelle Auseinandersetzung mit den Fotos von Michel Comte in Zürich. Küsse für die Netzhaut.
Während ich im lila Raum mit den Aktfotos stand, sagte ein Teenager hinter mir leise: „Iiigitt. Wie alt sind den die Bilder hier ? Die Frauen tragen da ja noch Pelz!“
Gemeint war da nicht die pelzige Leiche eines Tieres, sondern ganz klar Körperpelz. Sozusagen. Und das besagte Bild ist aus dem Jahr 1998.

Insgesamt kamen bisher 3 Manuskripte zurück. 3 sind noch ausstehend. Schreiben Sie bitte weiter . Steht in den Begleitbriefen. Das Bedauern darüber wird ausgedrückt, dass die Story nicht in das Konzept des Verlages passt. Es ist sehr schwierig, den passenden Verlag zu finden, es braucht viel geduld, Hartnäckigkeit und auch eine grosse Portion Glück. Ich bin an einem Sonntag geboren worden. Jenen Menschen sagt man gemeinhin besonders viel Glück nach.
Falls ich meines schon aufgebraucht habe, entwerfe ich mir ein neues Glück. Oder ich hege und pflege die kleinen Glücks, die ich noch vorrätig habe.
Da braucht es Geduld, bis sie Junge bekommen. Aber es funktioniert.

Kategorien: Befindlichkeiten · Fühlen

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