Schreiben

Grenzenlos

Den heutigen Tag tanzend begonnen. Auf nur einem Fuss hüpfend. Jedoch unfreiwillig und die Lust, die ich dabei verspürte, war keine gute. Sondern eine schmerzvolle: Mir fiel aus Kopfhöhe, entspricht fast einem Meter siebzig, ein Holzmocken auf den Fuss. Was mich zu eben jenem Tanz durch die Küche bewog. Undamenhaft fluchend.
Er ist jetzt blau, der Fuss und ich bemitleide mich selbst.

Festgestellt, dass ich keine Führungslinien mag. Besonders nicht in Schulheften. Ich schrieb immer über das Ende der Linie hinaus, weil ich Wörter nicht trennen wollte (sie gehören zusammen und eine Trennung ist schlicht brutal ) und die Unterlinie war für mich niemals Pflicht. Wörter und Sätze soll Mensch fliessen lassen, sie auf eine Linie zu bringen ist unnatürlich.
Die Meinungen der Lehrpersonen entsprachen nicht meinem kreativen Freidenken und somit erhielt ich nie die Noten, die ich eigentlich hätte bekommen sollen.

Leser soll sich mal ein Heft kaufen, und die Verkäuferin darauf aufmerksam machen, dass es (bitteschön) keinerlei Linien haben soll. Man beachte dann den entsetzten Blick der Dame und das darauf folgende Stirnrunzeln, dem ein Suchen folgt. Das dann triumphierend endet: Da.
Grau. Karton mit ein bisschen Papier. Ich vermisse mein voll geschriebenes gekritzeltes Moleskine und verfluche meine Faulheit die mich davon abhielt, in die Stadt zu fahren um ein ebensolches zu besorgen.

Standard

6 Gedanken zu “Grenzenlos

  1. Was ist ein Holzmocken?
    Und trennen vermeide ich auch nach Kräften, nach den ganzen Rechtschreibreformen weiß ich nämlich nicht mehr wie man das korrekt macht…

  2. Ich bin dagegen das man trennt. Egal was. Eigelb und Eiweiss gehören auch zusammen und wollen nicht getrennt werden ;-).

    Holzmocken ? Hmmm.Holzrugel hilft dir auch nicht weiter…Ein Mocken ist meistens was grosses und wenn es um Holz geht, dann meine ich damit ein Stück, das sicher zwei Kilo wog.
    (Auf meinem Fuss gelandet, schien er noch schwerer…)

  3. Ähm … Rugel? Wsnds?

    Am besten in immer der Moment, wenn es gerade passiert ist und einem blitzartig klar ist, dass es gleich richtig wehtun wird, ganz sicher und ganz furchtbar, aber es dauert erst einmal einen messbaren Moment lang, und dann kommt es, quasi als Erfüllung … aarrrgghhh … Madame sollte einen der Mitbewohner pusten lassen, das hat früher immer geholfen.

    Ich erinnere mich an: „Trenne nie ck, denn es tut ihm … häää?“ (O-Ton einer Mitschülerin während einer Antwort auf eine Frage, auf welche sie sich gemeldet hatte. Man könnte förmlich spüren, wie es in ihr arbeitete, während sie den Satz aussprach, und wie die Stimmung von grosser Überzeugung in grossen Zweifel umschlug, nur anhand eines Reimes …)

  4. Also Eier trenne ich schon, denn sonst gelingt der locker-fluffige Biscuit nicht, aber nicht wie die Sternebäcker locker mit einer Hand, ich hab da so ein kleines Zauberteil eines großen Plastikmultis…
    Und Zwei Kilo Ruhegewicht multipliziert mit Fallhöhe und -geschwindigkeit macht Höllenpein hoch zwei?
    Ich puste noch einmal drüber..auch wenn das nicht wirklich hilft…

  5. Ich geniesse das tiefe Mitgefühl und humple gleich weniger herum.

    Kenne übrigens diese Sequenz sehr gut, diese Nanosekunde nach etwas, was dann weh tun wird. Das warten darauf, bis die Information in der Zentrale ist, die ‚aua‘ schreit.
    Ich glaube, das ist auch das Schlimmste daran. Schmerz ist danach produktiv, weil was dagegen getan werden kann. Pusten. Hüpfen. Drücken. Was-weiss-ich.
    Aber die Erwartung von Schmerz ist passiv…

    (Zum Glück schreien Eier nicht beim Trennen 😉 )

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s