Leben

Hör zu

Die Szene findet in einem Supermarkt statt.
Viele Statisten, wobei Lila (mit gefülltem Korb), eine genervte Mutter und ihr Sprössling (ca 4 Jahre jung) im Besonderen zu erwähnen sind.

Der Kleine schiebt einen dieser kleinen Kindereinkaufswagen vor sich her und wird von seiner Mutter daran gehindert, sich die Lego anzusehen. Nicht bewusst, sie steht halt einfach da und kontrolliert die Waren in ihrem Wagen. Er kommt nicht an ihr vorbei.

-Mami. Lass mich bitte durch.

Sagt er. Und weil sie nicht reagiert, das gleiche etwas lauter. Mutter ist konzentriert und hört noch immer nicht. Der Kleine wird lauter, jedes Mal lauter.

-Lass mich durch !

Schreit er dann , will sich so Gehör verschaffen und zupft sie an ihrer Jacke. Sie ist erwacht, dreht sich abrupt um neunzig Grad, zieht ihm grob den kleinen Wagen weg und macht ihm, laut, klar, dass sie es gar nicht schätzt (GAR NICHT) , dass er sie immer an ihrer Jacke zupft. Dass er immer so schreit .
(Im gleichen lauten Tonfall, wie er am Ende seiner Versuche sie zu erreichen.)

Er senkt den Kopf. Zieht sich die Nase laut hoch, weint aber nicht. Seine Jacke ist falsch geknöpft. Mit einer Hand zieht er den kleinen Einkaufswagen in seine Nähe.
Sie dreht sich erneut zum ihm um und will wissen, was er denn eigentlich wollte…

-Nur dass du weg gehst. Ich komme nicht vorbei.

-Ach ?! Und deswegen schreist du so ? Dass du aber auch nie was in einem normalen Tonfall sagen kannst !

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6 Gedanken zu “Hör zu

  1. Die Basis der Kommunikation ist das (Zu) hören, was uns der andere sagen will. Meistens intressiert es nicht oder wir sind während des Redes schon mit der eigenen Antwort beschäftigt.

    Bedauerlich, wenn es, wie in dieser Situation, um ein Kind geht.
    Er lernt, dass er schreien muss um gehört zu werden. Seine Mutter schreit zurück. Also wenn es seine nächste Bezugsperson auch tut, dann scheint es ja richtig zu sein.

  2. liebe frauen….immer ist das nicht ganz so einfach!
    ich schreie zwar nicht (oder nur selten) aber es gibt halt schon situationen wo man nicht ständig „nur“ auf seine kinderchens eingehen kann, schliesslich hab ich auch noch eine art eigen-leben.
    klingt vermutlich nun völlig nach egozicke und rabenmutter, ist es aber nicht:-)
    machen wir uns nichts vor…das leben ist nun mal nicht immer rosarot…

  3. Als alleinerziehende Familienmanagerin/Berufsfrau von drei pubertierenden Mitmenschen weiss ich wie bunt und herausfordernd der Alltag sein kann .
    Trotzdem, oder erst recht, ist es wichtig zwischendurch das eigene Verhalten zu reflektieren.
    In dem man beobachtet 😉

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