Schreiben

The wild wild one

Sie stand für Freiheit, ganz klar. Dafür, dass die Welt uns gehört und roch nach forschenden Küssen, Zigaretten und wilden Herzen.
Sie zu tragen machte uns zu einem anderen Menschen, sie verband, weil wir alle sie trugen. Sie begleitete mich an viele Konzerte, fuhr mit mir auf der Yamaha (Harley konnte sich damals niemand leisten) über Pässe und ans Meer. Sie stand irgendwann auch für die Anarchie und sie ging immer mal wieder verloren. Fand aber den Weg zu mir zurück.
(Ich hatte meinen Vornamen mit Marker ins Rückenteil geschrieben)
In die Innentasche passten die Reclam Bücher und, wenn ich sorfältig schob, Siddharta von Hesse.
Am Ellenbogen hat sie einen kleinen Riss und ich erinnere mich, dass diese Wunde entstand, weil ich eine Wiese herunter kugelte und an einer Wurzel hängen blieb.
Wir hatten gekifft und versuchten, als Abkürzung runter ins Tal zu rollen. Keiner schaffte es, wir blieben liegen, die Sterne über uns und in uns drin.

Mon cherie, wirf sie weg. Sie ist für nichts mehr gut und du trägst sie nicht mehr.
Sie ist ein Teil meiner Jugend, niemals gebe ich sie her maman !
Inzwischen hat sie mindestens sieben Umzüge mit gemacht, ist mir noch immer etwas zu gross und sie hat noch immer ihren kleinen Schaden am Ellenbogen.
Gestern fand ich sie und meine zerzauste, herzvolle Jugend im Schrank ganz hinten.
Ich hob sie auf und ….stolperte gedanklich melancholisch in die Vergangenheit und war wieder sechzehn, siebzehn, achtzehn.

 

The clash….rock the casbah

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5 Gedanken zu “The wild wild one

  1. Meine hat ein rotes Futter…Die sind wieder Kult, die Jacken. Sagt das Cornflakegirl und spaziert wohl demnächst mit ihr herum.

    (Hast du dir Clash angehört ? Ich habe jahrelang geglaubt, dass sie ‚rock the caspar‘ singen. Fragte mich manchmal, WER Caspar ist 🙂 )

  2. ethelind schreibt:

    genau so eine hätte ich auch gerne mein eigen genannt. bei mir reichte es „nur“ für eine wildlederne im blaser-schnitt, weisch, die dinger, welche irgendwie immer nach brocki rochen 🙂 mein partner trägt seine mit rotem futter zum h-fahren. sie kommt langsam in die jahre und sieht auch sehr danach aus. eine neue? nö.

  3. never change a winning Team…wird sich dein Liebster sagen und recht hat er damit !
    Meine Jacke kostete schon damals ein Vermögen: Ich jobbte in den Schulferien dafür und bekam von meiner Ma noch fünfzig Franken dafür.
    So weit von deiner Jacke war ich, so gesehen, nicht 😉

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