Fühlen, Leben, Musik, Staunen

Die Nuss explodiert

Zwei intensive Tage liegen hinter mir. Es war schwer bei der brütenden Hitze im Schulzimmer die Konzentration dort zu lassen, wo sie hingehört. Nicht wegzufliegen, sich gedanklich in den Bodensee zu werfen, der in ein paar Fussminten zu erreichen wäre. Oder unter einen der Bäume im Schatten.
Die Nähe zu den anderen ist immer wieder auf ein Neues unglaublich lehrreich und berührend: Eine Atmosphäre des wertfreien und wohlwollenden Ankommens.
Jedes Mal auf ein Neues. Raum und Zeit haben, um sich in Themen zu vertiefen, auszutauschen. Neue Perspektiven und Horizonte erkunden.
 
Montagabend liess ich mich dann überreden, mit dem Schiff nach Friedrichshafen zu fahren, Nachtessen auf deutschem Boden.
Auf der Fähre endlich die kühlende Brise im Haar spüren, den rotierenden Geist runterfahren und dann das Knacken im Inneren fühlen….Das Aufbrechen der stressigen Kruste, die ich in letzter Zeit aufbauen musste, um mich zu schützen. Sie zerbrach und ich war mir sicher, dass es für alle zu hören gewesen sein muss: Knack. Laut. So, als würde jemand auf eine Walnuss treten. Oder in einen harten Apfel beissen. Oder mit den Händen einen dürren  Ast zerbrechen.
Eine Möwe flog vobei, eine zweite und eine dritte folgte. Am Horizont über Kreuzlingen umschloss das Dunkel der Nacht langsam die brennende Sonnenkugel.
Niemand liess sich vom zerreissen meiner Schale in seinem Tun stören, nicht mal, als ich laut  seufzte und aus lauter explodierenden Glücksgefühlen fast die Arme hochgeworfen  und mich von der Titanic gestürzt hätte…Platsch !….Warum kann ich in solchen Momenten nicht fliegen ? Wenn Mensch dazu fähig wäre, dann in solchen Momenten.
 
Am Dienstag die Präsentation, die ich aus Faulheit erst an diesem Morgen beim ersten und zweiten Kaffee vorbereitet habe. Lila die faule Nuss. (Ohne Schale diesmal. Das weiche Innere liegt noch immer bloss. ) Vor sovielen Menschen stehen, stark sein, keine Zeit um sich die Schwäche anmerken zu lassen. Geht schon. Das schaffst du: Du bist spontan und unvorbereitet am Besten ! Den aufmunternden Blick  von ihr sehen. Lächeln.
Und am Ende fast von der Erde verschluckt werden, als der Applaus kommt….Weg, ich will weg. Ich bleibe stehen und halte es aus,  weiss am Ende: Ich schaffe alles, wenn ich es will.
Aber ich kann mit dem Beifall nicht umgehen, soviel Sympathie, die mir entgegen gebracht wird, verwirrt mich.
 
Semesterferien.
Schade. Sehr schade.

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3 Gedanken zu “Die Nuss explodiert

  1. sommermoon schreibt:

    Ich habs schon immer gewusst meine Süsse……. du schaffst alles, nicht nur wenn du willst. Auch sonst, weil du es kannst……. ganz einfach!!!! 🙂

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