Fühlen, Staunen, Träumen

Ich bin verliebt

Ich schlief letzte Nacht mit einem Schotten.
Unglaublich, sowas hatte ich ja noch nie. Ein Schotte. Gut, ein Engländer wars schon mal, vor langer, langer Zeit. Aber kein Schotte .
Er erwachte vor mir und ich hörte ihn nicht gehen, traf ihn aber noch kurz und wir wechselten ein paar Worte des Abschieds.
Zudem schlief ich letzte Nacht mit zwei jungen Frauen: Hübsch und eben trais francais. Und einer Schweizerin, die mit ihrem Bike grad die Schweiz durchquert. 
Désolé, wenn ich dem anfügen muss, und dem einen oder anderen Gedankenkino den Todesstoss zu geben,dass meine zwei männlichen Mitbewohner auch mit dabei waren.
Und die Burg nicht dem Marquis gehört, sondern eine Herberge ist .
Am Abend verliebte ich mich, schlagartig, wie es bei mir oft der Fall ist. Mitten in der kleinen MunotStadt verliebte ich mich in sie. Ich erwischte die Sonne, wie sie ihre letzten Strahlen auf die Fassade der Häuserfront warf und diese farbig leuchten liess. Da war es um ich geschehen, sozusagen. Sie hätte nur die Hand auszustrecken brauchen, und ich wäre ihr  erlegen.
Ich versprach ihr, sie bald wieder mal zu besuchen.
 
Als kleines Kind träumte ich davon, mir ein Boot zu basteln und damit auf einem Fluss zum Meer hoch zu fahren.
Das war dann das Ziel, dort angekommen, würde ich auf einem grossen Schiff anheuern oder blinder Pasagier sein.
Der Rhein müsste es sein, der mich mitnehmen würde, das wurde mir dann in der Schule klar, als wir in der Geografie der Schweiz unterrichtet wurden. Meine kreative Idee gediehe so weit,
dass ich sogar Pläne für den Bau des Hausbootes gestaltete. Während des Unterrichts, der Lehrer verstand meine Begeisterung dafür nicht und strafte mich dafür.
Das war es mir wert, schliesslich entstand da unter meinem Bleistift ein Wahsinnsplan, einer, der sogar da Vinci erblassen liess. Da war ich mir sicher.
Ich wusste auch, wo ich starten würde: Bei den grossen Wasserfällen, in Stein am Rhein !. Damit ich nicht in die Stromschnellen kommen würde.
Als ich gestern die tosende Gewalt des Wassers sah, dass da niederflutete, bekam ich Gänsehaut. Beginnend im Nacken, bis runter zum kleinen Zeh: Ganz sicher.
Zumindest fühlte es sich so an. Und ich ging den Weg zu Fuss ganz runter, dort wo das Wasser wieder zur Ruhe kommt.
Stand eine Weile andächtig da, begegnete der kleinen Lila, die ihr Boot zu Wasser schiebt und mit einem lauten Schrei zu ihrem Abenteuer aufbricht, und
hielt den Atem an. Weil ich das eingeatmete Glück nicht wieder von mir geben wollte.
Und ich verliebte mich. In das Wasser und das Leben. Mal wieder.
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8 Gedanken zu “Ich bin verliebt

  1. Chere madame, ich will ja nur ungern die der Erzählung innewohnende Romantik zerstören, aber zum Meer fährt man hinab, niemals hinauf. Wasser fliesst ja schliesslich auch nur selten hinauf.

    Moby Dick lesen. Schnell.

  2. Hmmm.
    Meine Sichtweise: Runter nach Italien , rauf nach Deutschland.
    War immer so und gehört zu mir.
    Kluger Leser versteht und sieht über diese incorrectness hinweg, da es den Wert des Textes nicht verändert 😉

  3. @lila: Du hast natürlich Recht! Deutschland ist EINdeutig „rauf“ 🙂
    Deshalb kannst Du um ans Meer zu kommen entweder rauf an die Nordsee oder runter ans Mittelmeer fahren.
    Wann kommst Du denn mal rauf zu mir? …

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