Leben

Der Schraubenzieher und ich

Villa lila ist eine schon ältere Dame, um die dreihundert Jahre oder so hat sie auf dem Buckel.
Sie klappert an gewissen Orten und müht sich an den anderen ab, aber sie ist unkonventionell und sehr lebhaft.
 
Wenn Mann zu Besuch kommt, egal welcher, sie wollen es fast alle tun, fragen sie nach einem Werkzeug:
 
– Lila ? Die Tür hängt schief.
– Ich weiss…kam noch nicht dazu.
– Hast du einen Werkzeugkoffer ?
 
Natürlich habe ich . Lebe ja schon Jahre alleine mit den Mitbewohnern hier und ausserdem –
selbst ist die Frau.
Ich zeige zur Tür, dahinter lässt sich das Werkzeug vermuten.
Mann geht und kommt konsterniert zurück:
 
– Da ist aber nichts drin. Die ist leer …
– Ach ? Kann nicht sein , weil…
– Jaja, da ist schon was drin. Aber nicht viel ausser rostigen Nägeln.
 
Kann sein. Ich trage keine Sorge zu Werkzeug. Es findet sich nie dort, wo ich es vermute. Glaube, ich
habe in meinem Leben mehr Schraubenzieher und Hammer gekauft, als jeder Mann.
Bin regelmässig Kunde beim Baumarkt. Leider sieht es so aus, als würde das Werkzeug mich
meiden und ich will nach Hause sich davon machen.
Dafür fanden sich der Hammer schon an den unmöglichsten Orten.
 
– Hast du den keinen Kreuzschlitzschraubenzieher ?
– Doch, natürlich. Ich weiss nur nicht wo…
 
Wir suchen. Gemeinsam. Beschuldigen die Kinder der Schlamperei. Den Hund und die Katzen.
Irgendwann wird der Mann nach Hause fahren und mit einem gut gefüllten Werkzeugkoffer wiederkommen.Meine Parfums im Bad stehen ordentlich und wohlgefällig aufgereiht. Die Lippenstifte liegen kichernd in einem 

Glas. Meine Unterwäsche ist nach hellen und dunklen Farben sortiert in einer Schublade. Die Schuhe aufgereiht
nach Sneakers, Ballerinas, Boots . Die Bücher sind nach Themen oder Epoche geordnet.
Meine Currymischungen  in Gläser mit Schraubverschluss abgefüllt, korrekt beschriftet, auf einer klaren Linie in der Küche.
Meine Pinsel stecken sauber in Gläsern bereit, in drei verschiedenen Grössen aufgeteilt.
 
Sobald es aber um Werkzeug geht, und da gehören offensichtlich Scheren dazu, machen sie sich selbständig
und verschwinden.
Also…ICH kann nichts dafür.
Standard

6 Gedanken zu “Der Schraubenzieher und ich

  1. das ist doch harmlos, bei mir verschwindet Werkzeug noch während ich damit arbeite.
    Gerade noch eine Schraube damit gelöst, und wenn ich sie wieder befestigen will ist der Schlüssel nicht mehr auffindbar.
    Zum Glück hab ich immer zwei bis drei von einer Sorte.
    Erspart mir das suchen 😉

  2. @andi…das ist wie mit den Socken, nicht wahr ? Die verschwinden auch.
    Nehme deinen Rat an und kaufe demnächst immer vier Schraubendreher.

    @ngb….kein Werkzeug mitnehmen, die borge ich doch bei Nachbar Alfred. (Und vergesse immer, sie zurück zu geben)
    Dann hast du mehr Platz für Geschenke.
    Soll ich dir eine Liste der CD’s schicken, die mir fehlen zu meinem ultimativen Glück ?!

  3. Meine Villa ist zwar bei weitem nicht so alt, jedoch verliere ich das Werkzeug auch….ich hoffe doch, dass irgendwann der Kleine die Ordnungs- und Handwerksgene seines Vaters zur Entfaltung bringt und ich einige Jahre Ruhe habe. Und dann….verlege ich immer noch keine Bücher (leider)…sondern wieder Werkzeug…

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