Fühlen, Leben

Von Scherben und gefallenen Kürbissen

Sie stand barfuss inmitten unzähliger Sonnen, die gross und leuchtend in ihrem Garten wuchsen. Schnitt die Nabelschnur eines Kürbis durch und trug ihn in beiden Händen sorgfältig aus dem Feld heraus. Wollte ihn neben die Eingangstür stellen, Sonnenkürbise vermitteln immer eine kindliche Fröhlichkeit, als er plötzlich vor ihr stand.
Er sagte Dinge, die sie wütend machte und sie verletzte. Sie mochte seine Haare nicht, die er sorgfältig über seine Glatze kämmte und sie mochte seinen sauren Geruch nicht, den er verströmte. Äusserlich blieb sie ruhig, sie trug noch immer den Kürbis in ihren Armen, als er ihr ein Bein stellte. Sie flog hin, den Kürbis noch immer umklammernd wie eine rettende Boje.
Ob er lächelte, als sie sich aufrappelte, konnte sie nicht sehen. Es wäre ihr auch egal gewesen.
 
Sie zerschlug anschliessend drei Teller und mit jedem Zerbersten brach ihre Wut entzwei .Bekam zwei (oder drei) gedankliche Umarmungen aus dem Norden und einen Schirm aus dem Westen. Der Schirm, so ist es gedacht, soll ihr helfen wegzufliegen, wie Pan Tau. Falls der sauerriechende sie wieder aufsucht.
 
Keine gute Zeit für Geschirr hier im Haus…Wird der grosse Mitbewohner gelassen sagen, später, wenn sie die Scherben aufkehrt.
Sie wird lachen müssen, bestimmt.
Und der griesgrämige Mann wird immer kleiner in ihrer Erinnerung, so klein, dass sie ihn mit den Scherben in den Abfall wirft
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3 Gedanken zu “Von Scherben und gefallenen Kürbissen

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