Schreiben

Achtzehn mal Lila

Ein Anruf bei einem befreundeten Tattookünstler. Weil ich ihn nicht übers Handy erreiche, rufe ich im Geschäft an.
 
-Tattoostudio XY . Hier ist Mike.
-Hallo. hier ist Lila. Kann ich bitte S. sprechen ?
-Er kann grad nicht ans Telefon, möchtest du einen Termin vereinbaren ?
 
Will ich nicht. Eigentlich. Ich höre im Hintergrund die Schmerzschreie eines Kunden das summende Geräusch der Nadeln.
-Einen Termin ? Ja, okay.
Du bist geschäfttüchtig, gut.
Also vor Februar geht gar nichts..
-Ach ?
-Ja. Ausgebucht. Also du weisst, dass du das schriftliche Einverständnis deiner Eltern bringen musst ?
-Das ist blöd.
-Warum ?
-Sie sind gestorben
-Oh.
 
Ich kann das Klacken einer Türe hören und etwas fällt zu Boden.
Dann sagt er:
-Dann die Unterschrift deiner gesetzlichen Vertreter.
-Habe ich keine
-Nein ? Bist du denn schon 18 ?
Schon lange, mein Lieber.
-Gerade geworden. 18, meine ich.
-Gut. Deine Stimme klingt so jung. Deswegen sagte ich das.Sorry.
-Kein Problem. Kannst du ja nicht wissen.
Er raschelt mit Papieren . Hustet.
Wie war noch dein Name ?
-Lila. Lila Luna.
 
Er wiederholt den Namen und schreibt ihn offenbar auf.
Das Summen der Nadeln hat aufgehört. Dann hörbares Gemurmel. Der Telefonhörer wechselt den Besitzer.
-Lila `meine Süsse !
 
Endlich. Das unterdrückte Lachen darf endlich raus und ich habe S. am Telefon.
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4 Gedanken zu “Achtzehn mal Lila

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