Befindlichkeiten, Leben

Gefühltes Glück

bucherIch liebe sie. Die Zeit, die nur mir gehört und so selten ist. Keine Forderung, keine Pflicht. Nur meine eigene Zeit lustvoll verbringen. Das tun, wonach mir ist.
Heute war mir nach Stöbern im Buchantiquariat und dem schlendern an einem Flohmarkt.
In der Betrachtung der Menschen versinken, Geschichten ausdenken. Manchmal ein paar Worte mit jemandem wechseln. Die Kälte wegatmen und irgendwo in einem Bistro einen Espresso trinken. Mit ganz viel Zucker. Um das gefühlte Glück innerlich auszudehnen.

Die gekauften Bücher beginnen jeweils so:

Je dümmer eine Entscheidung, desto leichter ist sie zu treffen. Und wenn man sie erst einmal getroffen hat, weiss man wenigstens, was man von sich zu halten hat.
Philippe Djian. Heisser Herbst.

Als Zarathustra dreissig Jahre alt war, verliess er seine Heimat und den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoss er seines Geistes und seine Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahre nicht müde.
Friedrich Nietzsche. Zarathustra.

Eines Morgens gegen Ende seiner Kindheit entdeckte Luca in seinem Bergdorf, auf 1100 Metern über Meereshöhe, ein gestrandetes Schiff.
Eveline Hasler. Aline und die Erfindung der Liebe.

Angst als Voraussetzung der Erbsünde und als ihre retrograde, auf ihren Ursprung gerichtete Erklärung. Historische Andeutung in Hinblick auf den Begriff Erbsünde.
Soren Kierkegaard. Der Begriff Angst.

Die Wurzeln der Flirtforschung lassen sich ziemlich genau datieren. Sie liegen um die Jahre 2 bis 1 vor Christi Geburt. In dieser zeit verfasste der römische Dichter Ovid das erste Benutzerhandbuch für Verführer: Ars amatoria oder Liebeskunst.
Bas Kast. Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt.

Ich habe jetzt ein grosses Dilemma: In welcher Reihenfolge lese ich die Bücher heute und wo ist meine Lesebrille ?

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13 Gedanken zu “Gefühltes Glück

  1. @ChrisTina…Fand die Brille nicht. Reich mir bitte deine 😉
    Ich las tatsächlich den Djian zuerst, merkte aber nach der zweiten Seite, dass ich das Buch schon mal las. Lange her.

    @TM. Nietzsche und ich haben Streit. Er flog gestern an die Wand, ungebremst.

    Vom Weib:
    (…)Siehe, jetzt eben ward die Welt vollkommen. -also denkt ein jedes Weib, wenn es aus ganzer Liebe gehorcht. Und gehorchen muss das Weib und eine Tiefe zu finden, in ihrer Oberfläche.
    Oberfläche ist das Weibes Gemüt, eine bewegliche stürmische Haut auf einem seichten Gewässer
    (…) Du gehst zu den Frauen. Vergiss die Peitsche nicht.

    Heute haben die Frauen eigene Peitschen. Zum Glück.

  2. chrisTina schreibt:

    aber Lila
    wir Weiber und Kerle von heute wissen doch wie gern es die Nietzssches haben, vielleicht ebenso grad heut, wenn wir Weiber so täten als eben dies
    doch sie sich ganz gewiss sein können, dass dem gottseidank nicht so ist

  3. Klar meine Liebe. Dennoch versuche ich mir immer ein eigenes Bild zu schaffen. Meine eigene Meinung zu bilden.

    Ich las Zarathustra zu einem Drittel schon mal, so mit 18. Und ich glaube, Nietzsche flog damals in den See ;-).

    Trotzdem: Seine Gedanken sind pure Inspiration. Wenn man von seinem dekadenten Bild des Weibes absieht.
    Armer Kerl.

  4. Liebe Lila, Du bist noch nicht reif für Nietzsche. 😉
    Dir fehlt es an der nötigen Gelassenheit.
    Schließlich kann Dir Nietzsche nichts anhaben.
    Was stört es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt?

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