Schreiben

Glückliche Nomadin

Ich war homeless dieses Wochenende. Von Haus und Hof vertrieben. Eine Nomadin auf Zeit. Einsam und verlassen irrte ich…Gut, ich gebe zu: Ich neige zu Übertreibungen.
Tatsache bleibt, dass langhaariger Mitbewohner eine Party vorbereitet hatte, zu der ich nicht eingeladen war.
 Wollen wir bitteschön eine Schweigeminute einlegen um die gefühlte Tragik, als Muttertier, einzulegen . Die ihre Brut Mitbewohner ausser Kontrolle sich selber überlässt ?
Danke.
 Asyl fand ich beim Lieblingsmann. Der mich liebevoll davon ablenkte, dass ich minütlich auf das Display des Handys starre und endzeitapocalyptische Gedanken pflegte.
Keine Kontrollanrufe. Keine sms. Obwohl ich sicher war,  mütterlicher Instinkt, dass Villa Lila dem Erdboden gleichgemacht wird. Dass die Mitbewohner ohne mich zugrunde gehen.
Ich legte den Autoschlüssel auf seinen Küchentisch und redet mir ein, dass er einen Zeitzünder enthält, der mir einen elektrischen Schlag versetzt, sollte ich ihn vor Sonntagabend in die Hand nehmen.
Fazit ? Ende des Jammerns: Villa Lila steht noch. Sauber und still. Mitbewohner waren übermüdet aber total happy. Und Lila selber ?
 
Fand Schlüsselblumen. Lachte viel.  War Schlosszofe und küsste den Prinzen. Teilte Träume und Gedanken.
In einem Haus, dessen Räume mir immer vetrauter werden. Wie die kratzenden Geräusche, die der Hund dort macht, wenn er sich unter dem Tisch einrollt. Oder die Krähen, die Sonntagmorgen über das Dach hüpfen. Die Geräusche des Regens, draussen. Man kann den Mann beobachten, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Seine lockigen Haare um den Finger wickeln   und wieder springen lassen. Berührt den anderen, so im vobeigehen, an der Schulter oder sonstwo. Lächelt dabei.Kauft einen Stadtplan von Paris zusammen. MIt zwei Fingern den Orten und Plätzen folgen, die wir besuchen wollen.
Am Ende ist man dann traurig über die Stunde, die einem an diesem Wochenende gestohlen wurde.  
Aber auch glücklich. Dann alle glücklich sind, die mit einem verbunden sind. Einschliesslich man selber.

 

edit/Der Lieblingsmann denkt, ich sollte Blues mögen. Tue ich nicht. An diesem Clip mag ich allerdings die Gitarre von Buddy. Rock me baby.

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3 Gedanken zu “Glückliche Nomadin

  1. hab doch tatsächlich eine schweigeminute getätigt. das war vor 11 minuten. eingeschlafen………und eben wieder erwacht. also war das sage und schreibe eine schweige-elf-minute! sachen gibts….tstststs!

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