Leben, Lieben, Staunen

Paris und mon amour

Ich war in مراكش, in Bombay, in Tokyo, in Dakar und in Jerusalem. Sie alle sind nur eine Metrostation voneinander entfernt. Manchmal tauchen sie auch überraschend auf, gleich um die Ecke.

Paris ist eine schöne Stadt, mit schönen Menschen .Stösst man irgendwann auf weniger schöne Lebewesen, sind es Touristen.049
Les Parisien (ich entscheide mich bewusst, sie nicht als Pariser zu betiteln) sind es gewohnt, 2000€ für eine 60m2 Wohnung zu bezahlen und (Sarkozy sei dank) ihren Abfall konsequent in die Mülltüten zu stecken, die überall hängen. Sie sind noch immer ein Volk von Rauchern, das lassen sie sich nicht nehmen, auf keinen Fall. Und sie treffen sich gegen Mitternacht an dunklen Ecken, stehen dort diszipliniert Schlange, um in den noch geöffeneten Tabac ihre Zigaretten zu kaufen. Wer jetzt davon ausgeht, dass sie die Filter zu Boden werfen, der hat recht. Nur liegen sie dort eben nicht im Gully oder auf der Strasse, sondern werden von den Clochard aufgesammelt. Zu Ende geraucht und danach wohl verfuttert.
Eigenartig ist auch ihre Art zu parken: Knallt Mensch beim Rückwärtseinparken auf die Stossstange des anderen, ist man richtig und lässt das Auto so stehen.

Paris ist auch eine freundliche Stadt. Sie nennen dort ihre Hunde und ihre Männer (manchmal auch ihre Nanas) chouchou, ma biche, mon bebe, cherie, mon trésor , mon lapin, mon minou…Klingt doch um einiges zärtlicher als das banale Mausi und Schatzi. Jemand sagte mal zu mir: „Il faut apprendre le français au lit.“ (Man sollte französisch im Bett lernen. ) Immer ? „Non“, war die Antwort. „Aber so oft als möglich“.

Paris ist auch heimtückisch: Sie kippen irgendwas in den Pernod der Touris, dass die anschliessend rund um den grossen Kreisel laufen, an dem sich anfangs ihr Hotel befand. Sie finden das Hotel natürlich dann nicht, und laufen weiter um den Kreisel herum, bis das Weibchen darauf besteht, dass sie genau hier schon mindestens einmal vorbei torkelten liefen. Und den Mann an ihrer Seite dann zielsicher zurück zum Hotel führen. Pernod ist schlimm. Finger weg davon.

Paris ist die Stadt der Metros. Um zur Place de la Nation zu fahren, muss man die 1 nehmen. Oder die 6. Aber niemals die 9, weil die in die andere Richtung fährt. Bei der Metrostation Oberkampf darf man nicht aussteigen, aber lachen über den Namen ist erlaubt.

Paris sehen und sterben. Das dachten sich wohl viele Promis und legten sich zum ewigen Schlaf nieder. Sarah Bernard oder la Piaf blieben uns verschollen, dafür grüssten wir Jim Morrison. Der, so erklärte mir jemand, an einer Überdosis Pernod starb. „Intravenös natürlich !“ Aber klar, ich verstehe.

Paris ist unglaublich. Ich liebe es, immer wieder und wieder. Und Mr. T, mon amour, danke für deine Geduld, die mich durch das Chaos der Metro bugsierte. Der es immerhin über 100 h nonstopp mit mir aushielt. Sogar dann noch ruhig blieb, wenn ich Hunger hatte. Und das will was heissen….

 

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3 Gedanken zu “Paris und mon amour

  1. Das ist ja ein süßer Reisebericht!!! Danke dir – ich habe jetzt sooooo große Sehnsucht bekommen… Oh la la… Paris, mon amour… lang, lang ist´s her, viel zu lang…
    Liebste Grüße von Elisabeth

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