Leben

Das paradiesische Leben der Lila O.

Zuerst war ich wütend und verwirrt. Oder verwirrt und wütend ? Egal welche Reihenfolge: Abends war ich dann glücklich . Und nur das zählt.
Angefangen hatte es damit, dass mein kleiner, grüner Frosch mitten auf der Strasse gurgelnd protestierte . Dagegen, dass ich ihn nicht längst zur Reparatur gebracht habe. Und dann röchelnd sein Bezingeist aufgab.
In der Folge liess ich ihn stehen, im frisch gesääten Maisfeld, nahm den Zug zur Arbeit und kam deswegen eine Stunde zu spät…heute
Meine Teamkolleginnen hatten glänzende Augen vor lauter Mitleid: „Jesses ! Du Arme…Du wohnst ja nicht grad neben dem Bahnhof.“ Eben. Das Mitleid floss wie Honig über meine cholerische Seele. Jawohl, eine Arme war ich, ganz genau.
Mittags fuhr mich eine Kollegin heim. Sie zwang mich richtig dazu. Ich schwör. „Du kannst doch nicht…schliesslich müsstest du, kaum zuhause, wieder los um deinen Dienst anzutreten“. Richtig.

Als ich dann die Bahn am Nachmittag retour zur Arbeit nahm, sah ich:
-Lachende Kühe (doch doch. Sie lächeln immer zurück, wenn man sie nett begrüsst. Zumindest hier im Tal )
-Blackbirds die mit einem Milan eine Flugshow für mich veranstalteten.
-Zwei Dutzend schöner Schmetterlinge
-Sieben wunderschöne Gärten
-Fünfzig Schnecken. (Fünf Häuser davon waren leer und sind jetzt in meinem Besitz)
-Zwanzig Katzen. Verschmuste und solche, die mich misstrauisch beobachteten.
-Ebensoviele schöne, alte Bauernhäuser
-Frau K. in ihrem Garten. Gesprächig.
-Eine Sonne, die nur für mich alleine schien.
-70 Polizisten. (Jaja. Tag der offenen Tür in der Polizeischule des nächsten Dorfes)
-Gesamthaft etwa dreissig Mädchen in kurzen Röcken und Flirtstimmung im Herzen
-Frau B. in ihrem Garten, Unkraut jätend und noch gesprächiger als Frau K.
-Ein verwirrtes Eichhörnchen
-Eine tote Maus
-Einen rüstigen Rentner in roten Socken, der mir von seiner geplanten Wandertour erzählte
– und und und.
 
Abends dann der SuperGau: „Lila. Hör mal…Nimm dir doch morgen frei.Ja? Wir meinen, dass wir es ohne dich schaffen sollten morgen. Du hast ja so einen mühsamen Weg hierher ohne Auto!“
Finde ich nicht. Aber danke !oh

 pic: Lila mit dem Handy . On the road.

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4 Gedanken zu “Das paradiesische Leben der Lila O.

  1. Kaum :-).
    Das Auto war 10 Jahre mein Wohnzimmer, es liegen dort noch immer Allstars von einem Konzert von 2003 drin. (Naja. Einer liegt noch drin. Der andere ist verschollen. )

    Denke, dass ich Entsorgungsgebühren zahlen muss: Sondermüll 😀

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