Befindlichkeiten, Leben

Wirf den Frosch an die Wand

Ein ans Bett gebrachter Kaffee, den Gedanken, den anderen küssend erneut verschlingen zu wollen. Kissen auf dem Boden verstreut, in inniger Umarmung eingeschlafen. Nachdem zuvor das eigene Universum explodierte und neue Sterne geboren wurden. Sich nochmal an den Menschen kuscheln, während draussen Regentropfen auf die Blätter knallen.

Von einer aufdringlichen Fliege geweckt worden. Kaffee selber geholt. Aber regnen tut es tatsächlich. Ungeküsst in den Tag fliegen. Langsam.

Gestern dem grossen Drang widerstanden, einen Menschen an die Wand zu werfen. Oder ihn, wie eine Fliege, zu zermantschen. (Das mit dem an-die-Wand-werfen hilft wohl nur bei Fröschen.) Dafür blieben ganz viele Steine zurück, die man mir in den Weg legte. Gerade jetzt, während ich mich in dem zufriedenen Zustand der Ruhe befand. Also wieder von vorn: In die Hände spucken und Felsen abtragen in der Geografie meines Lebens.

Abends dafür wütend meine ungefilterten Gefühle am Bass ausgelebt. Ich glaube, ich habe bisher noch nie so gut gespielt.

Frauenfreundschaften lösen sich zuweilen in Luft auf.“Wie geht es deiner Freundin ?“ „Keine Ahnung“. Man fragt nochmals nach, weil sie doch überall zusammen hin gingen. Wie Kletten. Eine war ohne die andere nur halb. „Was ist passiert ? „, frage ich. „Ohh. Nichts…“
Und ich bin sicher, dieses Nichts ist männlich.

…White stripes… mir gefällt die einfache Basslinie, die hängen bleibt.

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11 Gedanken zu “Wirf den Frosch an die Wand

  1. Kennst du Goethes Spruch: Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man ein Haus bauen (oder so ähnlich)? Wünsche dir viele kreative Einfälle für die Steine auf deinem Weg und ein schönes Wochenende!

  2. ich erlebe einen Zeitenrhythmus in dem irgendwann alles Gemeinsame wie gelebt gesagt gefühlt erzählt gehört scheint – einen Zeitenrhuthmus von 10 Jahren in einem gehen und kommen früher für mich Verlust bedeutete – heute schönes als lebensnotwendig vergänglich ist um in samtene Schachteln auf den Speicher gestellt und Plätze mit ganz Neuem zu gewinnen – ganz egal ob Freundschaften ob Mann ob Frau ob Beziehungen – ich glaube es gibt immer die Möglichkeit der Entscheidung etwas vergänglich oder weiter sein zu lassen – oftmals scheint es grad das lassen was ich möchte – unbewusst – auch wenn ich bewusst noch eine Zeit lang meine es weiterhin sein zu lassen

      • d'Frou G. schreibt:

        ja – und es ist gut zeigt es sich erkennend erst im Rückblick – denn wie könnten wir dies wunderbare Jetzt dies fantastische Heute all diese magischen Momente sonst mit aller Intensität leben

    • oh frau g punkt :-). sie redet ohne atem zu holen, da bin ich mir sicher.

      man sollte zwischendurch das lebenskleid wieder überprüfen: passt es oder muss es geändet werden ?
      hat es risse ? schliesst der reissverschluss oder muss ersetzt werden ? oder sollte, ggfs, ein neues kleid genäht werden und darf (!) das alte lächelnd entsorgt werden ?

      manchmal fällt es einem leicht, das positive darin zu erkennen. manchmal braucht es noch eine weile…

      • wenn ich ruhig bin und nichts rede sondern nur denke und kilometerweit Löcher in die Luft gucke dann atmete ich – da muss ich nicht auch noch atmen wenn ich rede – und schreiben ja das tu ich ohne Punkt und Komma – ist so eine Eigenart von mir – Herr T.M. der hat so eine Schachtel da kann man sich Kommatas und Punkte und jenst andere Satzzeichen borgen gehen – er hat mir solche schon grosszügig spendiert der liebe Gute

          • Madame fragt nach mir.

            Aber selbstverständlich atmet er, mit Mühe zwar, wie ein alter, kranker Bär in seiner Höhle, die ihm schon ein paar freche Füchse streitig machen wollen, aber doch irgendwie.

            Ich gebe allerdings zu, ich hab das Kommentargeschehen hier nicht in voller Gänze verfolcht. Frauenfreundschaften und so. Ich meine, davon verstehen Männer sowieso nichts. MÄNNER!!! Muskelbepackte, kurzhälsige Individuen mit grossen Pranken in weissen Feinrippunterhemden, ein, zwei erlegte Mammuts am Rüssel hinter sich herschleifend, eine Bierdose in der freien Hand – was will man gross von ihnen erwarten?

            (Frou G-Punkt, ich hab noch viele solche in meiner Schachtel! Greifen Sie ruhig zu.)

            • :-)…ach Monsieur.
              (bin grad auf dem Sprung um ins Buchantiquariat zu fahren, darum leicht hektisch…)

              Wundervoll pointiert und dunkelschwarz kommentiert !
              Danke fürs Grinsen im Gesicht, trage es heute würdevoll durch den Tag :-).

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