Befindlichkeiten, FotoArt, Lieben

Verbotene Früchte

 

tisch
Ich möchte dein Festmahl sein.
Manchmal möchte man Momente festhalten, damit sie nicht runterfallen und kaputt gehen. Zusammen die Hände drum herum halten und es nicht mehr hergeben. Zwischen uns ist nichts, ausser dem Augenblick und dem Gedanken, das beide das gleich wollen. Ich kann die goldene Aura um seine Augen sehen, vielleicht weil ich sehr still bin dort.

(Als Kind glaubte ich, dass ich die Geräusche der Schnecken hören kann, wenn ich leise genug hinhöre. Oder die der Käfer, wenn sie über ein Blatt krabbeln. Und ich war überzeugt, dass das Schlucken eines Samens von einem Vogel hörbar ist und sie es einfach lautlos tun, wenn ein Mensch in der Nähe ist: Irgendwann würde ich es hören können, wenn ich mich leise genug anschleiche.)

Wir spazieren durch den Lustgarten des Schlosses. Betrachten all die verbotenen, giftigen, Früchte. Gift ist nicht gleich Gift, auf die Dosis kommt es an. Dabei verhält es sich anders als in der gelebten Liebe: Man bekommt nie genug davon. Ohne daran zu sterben.
 Und wenn wir am nächsten Morgen erwachen, sind wir zerknittert: Wir zupfen uns zurecht. Schlagen die Ecken sorgfältig ein und sehen wieder aus wie neu gekauft. Zumindest in den Augen jener, die nie das Festmahl eines anderen waren.

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9 Gedanken zu “Verbotene Früchte

    • danke…(ich muss zugeben, dass ich einfach schreibe. und mir keine gedanken darüber mache, ob der text gut ist/wird. ich schreibe, damit ich nicht platze )

      dein blog ist nicht verlinkt. hast du das bewusst gemacht ?

  1. ankaVogel schreibt:

    Erlebtes und gefühltes in Worte zu fassen, so wie Du es hier machst, ist etwas wunderbares.
    Du sollst auf keinen Fall platzen, schreib es lieber auf, dann haben wir auch etwas davon.
    Diese Momente, die man aufbewahren möchte, in sich drin, so lange man lebt, sind auch nach vielen vielen Jahren immer noch genauso präsent, wie in dem Moment als wir sie erlebten.

    Liebe Grüsse
    Anka

  2. Sofasophia schreibt:

    nö, habe mich nicht extra nicht verlinkt …

    was du schreibst über das nicht-platzen: genau! genau dieses gefühl ist es, das mich zur schreiberin machte.
    schreiben ist leben … leben ist nicht-platzen, sondern schreiben … ist leben … und so. 😉

    • *lach*…ich glaube, einem maler geht es ähnlich, wenn er eine weisse leinwand vor sich sieht.
      er sich dort verwirklichen kann, um nicht zu platzen.
      oder dem komponisten, wenn er eine melodie im kopf hat.

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