Befindlichkeiten, Fühlen, Fragen, Leben, Schreiben

Nur ein Spiel ?

Ich glaubte immer, dass das Leben sowas wie ein Klumpen Knet ist, den man in den Händen formen kann.
Wie im Kindergarten. Erinnerst du dich an diese Spiele ? Ich mochte diese Beschäftigung mit diesen bunten Stangen, die ich zu Figuren meiner Fantasie formen konnte.
Ich glaube, damals waren es mehrheitlich Tiere die ich entwarf und die niemand als solche erkannte.

Ich dachte, dass ich meinem Leben das tun kann, was ich tun will. Und das werden kann, was ich werden will. „Forme dein Leben. Du hast es in der Hand.“
Und ich glaubte an den Zufall: Wir treffen Menschen, verlieben uns, trennen uns und treffen, irgendwo in einer Bar oder beim Einkaufen, wieder einen Menschen, der uns vertraut wird. Wir bleiben einfach stehen und verlieben uns.
Basta. Dachte ich bisher. Der Gedanke, dass jemand diese winzigen Menschen auf der Erde wie kleine Spielfiguren herumschiebt, ein grosser Regisseur dieses Bühnenstücks, irritierte mich. Wäre es so, würde es mir diese Kraft nehmen, mein Leben selber zu kneten.
Und das lasse ich nicht zu.

Ich hielt mein kleines Leben in den Händen umklammert, übernahm die Verantwortung für mich und bastelte immer wieder am Projekt ‚Ich‘.
Sowas wie Schicksal oder Bestimmung gibt es nicht. Die einzige, die bestimmt, bin ich.

Erinnerst du dich noch, ich weiss du tust es, wie wir uns in deiner Küche geküsst haben, während du Spaghetti für uns zwei gekocht hast ?
Wie ich die Nacht über bei dir blieb und daran, dass am nächsten Morgen überraschend viel Schnee lag und wir, Hand in Hand, spazieren gingen ?
Du fragtest, als ich ging, ob wir uns wiedersehen. Und seit genau diesem Augenblick ist für mich die Wahrscheinlichkeit, dass alles nur einfach so geschieht, fast unmöglich.
Es kann kein Zufall sein, dass ich deine Gedanken fühlen kann, dass ich an den goldenen Sonnen deiner Iris ablesen kann, wie es dir geht.
Dass ich nicht einschlafen kann, wenn du nicht hier bist und ich mich so absolut geborgen fühle, wenn du in meine Nähe bist.

Es gibt keine Zufälle, nicht wahr ?
Aber es gibt auch keine bärtigen Männer in weissen Gewändern, die Schachfiguren auf einem Lebensplan herumschieben.
Dann knete ich lieber an meinem Lebensentwurf weiter.

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2 Gedanken zu “Nur ein Spiel ?

  1. Das Leben treffend auf den Punkt gebracht. Bildlich gesprochen, wie es nur jemand kann, der gleichzeitig erfahren, aber auch noch Mädchen ist. Und wenn es ein Geheimnis gibt hinter dem Ganzen, ist es das. Es gibt genausowenig ein Schicksal, wie es die ultimative Freiheit gibt. Wir müssen jeden Tag nehmen wie er kommt, haben es aber selbst in der Hand ihn zum Besten aller Zeiten zu machen.

  2. Oh. Ich glaube, ich hätte es nicht anders/besser schreiben können. DAS ist es, was ich meine: Mach das Beste aus allem.
    Und ob es sowas wie Schicksal gibt, werden wir nie mit 100 % Gewissheit wissen.

    Wir können darüber philosophieren. Okay.
    Aber wir können die Zeit auch nutzen, um ein Schokoladeneis zu essen, um Purzelbäume zu schlagen oder an einem Krokus Konzert Raum und Zeit zu vergessen . Oh Yeah 🙂

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