Befindlichkeiten, Fühlen

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Man kann sich  an die nackten Füsse und die Flip Flops gewöhnen und daran, dass die Sonne ins Gesicht scheint. Sommer.
Jeder Sommer, in dem man gerade steckt, ist sicherlich der schönste Sommer des bisherigen Lebens. Man bekommt nicht genug von den Mädels, die in ihren kurzen Rocken lächelnd an einem vorbei radeln. Von Handwerkern, den Mütter mit ihren Babys und den älteren Leuten, die frühmorgens ihren Kaffee beim Bäcker um die Ecke draussen trinken. An den kleinen Tischen, die morgens eilig in den Hof gestellt werden.

Man gewöhnt sich fast  an die Eisdielen, die mit bunten Sonnenschirmen und plakativer Werbung auf italienisch Werbung für das beste Eis machen. Sogar an die faulen Katzen gewöhnt man sich, die im Schatten einer Hortensie dösen und den Spatz verschlafen, der an ihnen vorbei hüpft. Man gewöhnt sich an den Fahrtwind, der einem durch die Haare pustet, erfrischend, wenn man selber zu einem Patienten radelt: Immer den Hügel hoch und dann wieder runter.

Sogar an das Schwitzen gewöhnt man sich, an die Flasche Wasser, die immer im Fahrradkorb mit dabei ist und an den Quellen der Stadt wieder gefüllt wird. Wenn sie leer ist. Man gewöhnt sich, momentan, an die Kirschen, die plötzlich alle Patienten zu verschenken haben und die man annimmt, Um später die rotsaftigen Finger sauber zu lecken.

Man kann sich sogar an den Sonnenaufgang gewöhnen, den man sieht, und der einem als verliebter Orkan den Bauch kitzelnd küsst.Und man freut sich tagsüber auf den frühen Feierabend, den man im Wasser verbringt: Reinspringen und untertauchen für die lange Weile, bis die Lunge fast platzt.
Nachts ist es so eine Sache, ohne Decke und bei offenem Fenster auf den Schlaf warten, der sich der Wärme wegen Zeit lässt. Ein paar Fledermäuse auf Futtersuche am Fenster vorbeiziehen sehen: Leise leise.

Und der Sommer schenkt einem noch lange Liebesnächte, die an Orten möglich sind, die nach Sommer riechen und warm duftend umschlingen.

An das alles kann man sich gewöhnen, wenn man will . Und es trotzdem als allerschönste Sache sehen, die grad nach der Liebe kommt.

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4 Gedanken zu “summer-love-time

  1. Ich kann mich sogar an die gelegentliche Gereiztheit durch Hitze gewöhnen. Sie ist besser verträglich und schneller vergänglich als Gereiztheit durch Kälte und Dauerregen. Wegen mir dürfte es so bleiben, ich liebe die Wärme. 🙂

    Wunderschöner Beitrag!

  2. man gewöhnt sich auch an die wassermelone, die kühl und saftig den mund verwöhnt. an den gazpacho, der nahrhaft und würzig die kehle herunterfliesst.

    an die schöne überraschung, wenn man das erste mal die füsse in den zürchersee steckt und merkt wie warm er ist, während einem ein blauäugiges lausbubengesicht versucht ins wasser zu locken und man kein badekleid dabei hat.

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