Befindlichkeiten, Fühlen, Lieben

Tanz mit mir

Ich kann mich nicht daran erinnern wie es war, als ich die Wärme deines Körpers morgens nicht neben mir spürte.
Als ich abends heim kam und nicht sehnlichst deine Ankunft erwartet habe. Deine Augen, (die Grünen deren goldenen Inseln, man nur sieht, wenn man dir ganz nahe ist) nicht auf mir ruhen hatte. Weiss nicht mehr wie es war, abends ohne dich kichernd einzuschlafen, deine Arme um mich geschlungen, weil einer von uns etwas lustiges erzählt hat.

Zugegeben.
Anfangs dachte ich, das wird wieder so eine Geschichte, aus der ich fliehe. Abspringe wie aus einem fahrenden Zug,weil man Angst vor der Ankunft hat. Oder in den man gar nicht einsteigt, weil das Ziel so fremd ist.

Manchmal braucht es nicht viel. Nur den Geruch von jemandem, der mitten ins eigene Herz fährt und die ganze Rationalität und die eigenen Pläne vergessen macht. Oder die Art, wie jemand den Löffel hält während des Essens. Wie der Mensch geht: Erdig. Einfach voran, nicht zögernd sondern in der Ahnung, dass keine dunklen Schatten hinter der Ecke lauern.
(Oh. Da waren viele Schatten in meinem Leben. Weisst du noch ? Wir standen nebeneinander und haben sie ausgelacht. Einfach so. )

Bei dir sah ich kein geheucheltes Interesse. Keine künstliche Distanz.
Du hast die Knoten, die ich wütend knüpfte, nicht zerrissen oder aufgeschnitten, sondern sie langsam gelöst. Mit deinen Händen, Knoten für Knoten. Hattest du nie Zweifel daran, dass es dir nicht gelingen würde ? Natürlich habe ich anfangs für jeden Knoten, den du gelöst hast, einen neuen geschaffen. Doppel- und Dreifachknoten. Mit festen, ängstlichen Händen.
Du hattest nie Zweifel, nicht wahr ? Sie wurden immer weniger, die Knoten.

Habe ich dir erzählt warum ich nie tanzen lernte ? Ich meine, so zu weit tanzen. Walzer oder sowas. (Mal abgesehen davon,dass man mit soviel Rockmusik im Blut wie ich es habe man nicht tanzen kann) . Habe ich nicht erzählt ? Naja. Ich würde mich niemals führen lassen, so ist das. Ich ging meinen eigenen Weg.
Als du gesagt hast: „Schliess die Augen…“ Hielt ich sie weit offen, um nicht zu versinken. Zuerst. Dann schloss ich sie. Und das Einzige was ich spürte, ist das Gefühl des angekommen sein.

Willst du tanzen mit mir ?

Standard

3 Gedanken zu “Tanz mit mir

  1. Sofasophia schreibt:

    gopf, madame, das könnte jetzt aber glatt von mir sein … mitten ins herz hast du mir geschrieben.
    mit wunderbaren worten …
    ich danke dir!
    liebe grüsse, d.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s