Befindlichkeiten, Fühlen

Die Kronjuwelen der Prinzessin

Es war Liebe auf den ersten Blick. Auf beiden Seiten. Da war sie sich sicher: So muss es gewesen sein.
Da war das Flimmern in ihrem Herzen, als sie den Raum betrat. Ein kleines Geschäft war es. In einer Stadt, in der sie sich verlaufen würde, hätte sie nicht diese Begleitung gehabt.
Als sie die Türe auf stiess, erwartete sie den Klang eines Glöckchens, der nicht eintrat. (Schade, fand sie, es hätte gepasst)
In dem Laden wurden Dinge zum Verkauf angeboten, die sie nicht interessierten. Was sollte sie auch mit Briefmarken anfangen, die einen Wert hatten, der für sie keinen hatte.
Der Mann, der schliesslich diese Schublade (Flimmern. Jetzt) öffnete, war ein dicker, grosser. Und was er hervorholte, war das, was ich nicht mehr aus den Augen und den Gedanken
brachte: In reinem Silber eingefasste Mondsteine, die wie gefrorene Tränen schimmerten. Auf der dunklen Seide eines Kästchens, das den Eindruck von etwas sehr wertvollem vermittelte.
„Wie viel ?“ Fragte sie. Ganz bestimmt atemlos. (Sie hört zuweilen auf zu atmen, wenn es in ihr flimmert.) Und sie wusste, bevor der Mann den Preis nannte, dass dieser alte Schmuck ihre Möglichkeiten übersteigt.

Als sie das Geschäft verliessen, das ein KrimsKramsPfandhaus ist, fror sie. „Ich komme wieder. “ Hatte sie zuvor dort drin geflüstert. „Und wenn das Collier dann noch dort ist, und es wartet auf mich (Ganz bestimmt), kaufe ich es.“ Das war eine Option, die sie etwas beruhigte.

Eine  Liebe vergisst man nicht. Man erzählt davon, wenn man wieder zuhause im eigenen Nest sitzt. Schwärmt von Mondsteinen und dem Glück, sowas in den Händen gehalten zu haben.
Der Gedanke daran wummert noch immer ein bisschen nach, wie der Hall eines Echos.

Diese Geschichte könnte hier zu Ende sein. Wie Liebesgeschichten manchmal enden, weil der eine sich der Liebe des anderen entzieht.
Das ist nun mal so.

Sie endet aber nicht. Sie geht weiter:
Ein paar Wochen später liegt ein sorgfältig in schönes Papier eingeschlagenes Geschenk auf dem Tisch. Es ist Weihnachten.
Als sie es öffnet, sieht sie diese Schatulle, die sie ein paar Wochen vorher schweren Herzens in dem Geschäft zurück lassen musste. Glitzernder Mondstein, der den Weg zu ihr fand.
Kronjuwelen, einer verzauberten Prinzessin würdig, die heimlich von ihr und dem Lieblingsmenschen  beschafft wurden.
(Oh nein. Ich bin euch nicht böse der hinterhältig eingefädelten Intrige wegen.Wie könnte ich auch ?!)

Sie ist glücklich. Nicht nur weil sie jetzt eine Lilamondsteinfrau ist, sondern weil sie spürt, dass es Menschen gibt, die zuhören. Spüren. Und denen sie wichtig genug ist, um flimmernde Herzenswünsche erfüllen.

Standard

3 Gedanken zu “Die Kronjuwelen der Prinzessin

  1. tausend Dinge schwirren mir beim Gedanken an all die Wege dieser Geschichte durch den Kopf

    es ist Weihnachtszeit
    Geschichtenzeit
    Gedankenzeit

    ich bin froh und dankbar kann ich mir all Jahr diese Zeit nehmen um der Geschichten meines Lebens zu gedanken

    ich bin froh und dankbar gibt es Zeiten in denen solch wunderbare Geschichten mit ihren Menschen darin in mein Leben treten und dieses noch immer unendlich bereichnern

    ich kam mir ein bisschen vor bei den 3 Musketieren
    ich konnte mich nicht erwähren mir deinen Lieblingsmenschen auf dem Baum sitzend vorzustellen wartend bis unten die Kutsche vorüberprecht und in dem winzigeinen Moment der Königin die Kronjuwelen durch das offene Kutschdach über den Kopf um den Hals schmeisst

    ach was war dies geheimnisvolle Unterfangen für ein Vergnügen

  2. Ulla schreibt:

    ….. oh, wie ich sie liebe …. diese Geschmeideverschenker – in meinem Fall war es eine Verschenkerin :o) – wenn sie das Herzrasen und den Atemstillstand gleich mit verschenken ….
    Prinzessinnenkette in Rot …. mhm … die wohnt nun bei mir und ich freu mich wie verrückt.

    Mme … zum Jahresende möchte ich danke sagen für dein freudeschenkendes Blog … für Texte, die berühren, unter die Haut gehen und die fröhlich machen.
    Ich bin sehr gern hier bei dir und wünsche dir eine gute Zeit.

    Herzlichst

    Ulla

    • Danke Ulla !
      Was wäre mein kleiner Blog und meine Texte ohne die Leser ? Dich ?
      Nichts, gar nichts….

      Alles Liebe auch für dich im 2011.
      Schön dass du immer wieder hierher findest.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s