Denken, Leben

Gefährliches Gemüse

Ich esse keine toten Tiere. Lebendige erst Recht nicht. Meine weibliche Mitbewohnerin übrigens auch nicht.
Mein Lieblingsmensch und meine männlichen Mitbewohner sind Jäger. Archaische Wilde, die
Angst vor Gemüse haben.
Was jetzt hier nach Spannung klingt, ist es nicht, es führt höchstens zu schrägen Dialogen.

Mitbewohner und ich:

-Der Kühschrank ist leer. Geht du mal wieder einkaufen ?
-Hat doch Tomaten drin, Käse und Yoghurt…!
-Eben. Leer.

Lieblingsmensch und ich, in Betrachtung eines kleines Mädchens, noch wacklig auf den Beinen :

-Die steckt sich Erbsen in den Mund. Soll man ihr wegnehmen, sie könnte daran ersticken.
-Siehst du ! Die Vegetarier sind gefährlich mit ihrem Gemüsekram…
-Ach komm….Mein Sohn hat sich mal eine Kaffeebohne in die Nase gesteckt und…
-Eben ! Mit einer Wurst wäre das nicht passiert. Die passt nicht in die Nase .

Tja. Ich bin kein esoterischer Vegetarier, der sich sogar bei den Tomaten für den Mord an ihnen entschuldigt, wenn er sie isst. Und ich bin kein Umweltfetischist, der nur selbstgezogene Karotten
nagt. Ich esse durchaus auch mal bei beim grossen M, dann eben den Vegiburger.
Ich habe nur einfach keine Lust darauf, Lebewesen zu essen.
Lasse aber jedem sein Stück Fleisch. Mein Tofu vergiftet sich nicht, wenn er über dem Feuer neben einem Steak liegt.

Standard

9 Gedanken zu “Gefährliches Gemüse

  1. Heute brauchte ich eine Lachen …. und das habe ich getan, ganz laut …. ich stelle mir gerade eine Nase mit raushängender Wurst vor *haaahaaaaa ….* eine Cabanossi vielleicht?

  2. Ja, Moment mal, Pflanzen sind auch Lebewesen! Das vergisst man immer. Ein bisschen entschuldigen wäre da schon gut, glaub ich.

    P.S.: Es heisst nicht „Kühschrank“, sondern „Kuhschrank“.

    P.P.S.: Gestern erst (also gefühltes Gestern) sah ich eine Sendung, wo ein Professor sagte, das sei alles Quatsch mit dieser Ernährung. Also mit der vegetarischen. Ein ordentliches Stück Fleisch alle paar Tage, dafür sei man konstruiert. Und keine Kohlenhydrate aus Getreide, nur Fruchtzucker für eine kurze Zeit im Jahr.

    • -Natürlich sind Pflanzen Lebewesen. Sie haben auch ein pochendes Herz und eine zarte Seele ;-).

      -Kuhschrank ?! (Danke herzlich für das spontane Lachen)

      -Wissen Sie, der Professor mag ein kompetenter Kerl sein.
      Ich frage mich nur, was er erwidern würde, wenn ich ihm sage: Ich ernähre mich nicht fleischlos, weil ich gesund leben will.
      Sondern weil ich genussvoll nichts esse, was in einem Schlachthaus umgebracht wurde.

      Womit ich wirklich Mühe hätte, wäre, wenn man mir ebendiese Kohlenhydrate und den Käse wegnehmen würde.

      Lieber Gruss,

      die Broccolifraktion 😀

      • Bei mir ist es noch viel schlimmer: ich ernähre mich beinahe fleischlos, weil es sich halt einfach so ergibt. Also ohne jegliches Bewusstsein (ich schäm mich schon immer …)

        Kürzlich las ich, ein Schweizer (und zwar jeder) konumiere mehr als 50kg Fleisch im Jahr, also mehr als 1kg jede Woche (ich nicht einmal im Monat). Ich kann mir das nur schwer vorstellen. Wo bleibt das, was nicht ich esse? Ich hatte bislang Sie in Verdacht, aber jetzt, wo auch Sie abwiegeln, kann’s ja eigentlich nur noch die Frou G-Punkt sein, oder?

        • Die Frau G Punkt meinen Sie ?
          Oh. Sollte sie uns alle mit ihren Teestübchengedanken getäuscht haben ?
          Ist sie, *flüstermodus*, eine von denen, die heimlich Berge ! von Kadaver verzehrt ?

          Dabei macht sie so einen netten Eindruck….

          Naja. Auch Vampire sehen nett aus ;-).

          Frau G. : Ich erwarte Aufklärung in dieser delikaten Angelegenheit.

  3. Sofasophia schreibt:

    waaas? 50 kg pro jahr?
    und wo bleibt denn das, was ich nicht esse? hm.
    den satz muss ich mir echt merken:
    „Ich ernähre mich nicht fleischlos, weil ich gesund leben will.
    Sondern weil ich genussvoll nichts esse, was in einem Schlachthaus umgebracht wurde.“
    mein lieblingsmensch ist zwar auch ein archaisch-wilder, zum glück aber einer, der ganz gut ohne fleisch sein kann …
    hach. nein, dogmatismus ist hier fehl am platz, es geht einfach um ein vernetztes bewusstsein …

    herzlichen dank für diesen tollen text!
    lg, d.

    • Ja, mehr als 52kg (siehe hier, Tabelle Seite 2). Ich vermute, das meiste davon bleibt bei der körperlich arbeitenden Landbevölkerung. Fünfmal die Woche ein 180g-Cordon bleu ist machbar. Der Rest ist Wurscht. Man sieht es auch, wenn man mal hinschaut.

  4. Ich bin auch zum Vegetarier geworden, habe es fast ein Jahr ganz ohne Fleisch ausgehalten, musste aber ein wenig zurückkrebsen und esse nun ab zu etwas fleischiges. Zumindest war dies mein Plan. Es hat sich in den letzten Wochen jedoch ergeben, dass ich kein Stück Fleisch mehr gegessen habe. Es macht mich überhaupt nicht mehr an. Schon speziell, da isst man 23 Jahre lang Fleisch, dann ein Jahr nicht mehr und schon kann man das Fleisch nicht mehr riechen…
    Die ganze Geschichte kann auf meiner Homepage nachgelesen werden.

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