Leben

Heimat

Man fährt in den dicken Bauch des Berges hinein und wird am Ende wieder ausgespuckt.
Wenn man dann ein flaues Gefühl im Bauch hat, wenn man die hohen Berge sieht, die das Tal schützend umschliessen, dann ist man irgendwie angekommen.
In der Heimat der Kindheit.
Die Berge, die man oft als Bedrohung wahrnahm und die nur den Wunsch wachriefen, in die nächste Stadt zu entfliehen. Den Wunsch weckten,  Elternhaus und die urchige Welt gegen die City zu tauschen,
sind plötzlich ganz zahm.
Wenn man als Besucher dort weilt.

Man kann jeden Gipfel dort mit Namen benennen. Schliesslich war man oft genug oben: Als Kind mit den Grosseltern auf der Suche nach Beeren oder Pilzen. Später dann auf den Ski oder mit Freunden auf der Alp.
Geografisch lebte man mitten in der Schweiz, da wo 1291 die Eidgenossenschaft gegründet wurde. Und da auch, wo Pilger aus aller Welt hinstreben, weil ein Mann heilig gesprochen wurde, weil er seine
Frau und die Kinder verliess. Um als Asket zu leben. (Verstanden hat man das nie. Das hat sich nicht geändert)

Wenn man der Enge des Lebens dort entflieht, gib man sorgsam acht, auch die Sprache zu ändern. Den Dialekt, den man nie wirklich angenommen hatte, weil die Muttersprache eine andere gewesen ist:
Die Stadtmenschen lachen, wenn man Anektoten im Dialekt von dort zum Besten gibt.

Dann ist man wieder dort, klettert auf den Bergen herum und spürt die Verbundenheit ganz tief in sich drin. Ein Bauchgefühl von Verliebtheit, das immer noch pochend im Herzen ist.
Die Wurzeln, weiss man dann, sind noch immer in der Erdscholle dort: Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl. Ein Ort aber auch.

Luke….seit der Schulzeit ein Urgestein im Tal

Standard

4 Gedanken zu “Heimat

  1. ja, man versteht gut, war frau meint 🙂

    ((hm, ob ich wohl auch so wurzeln habe, irgendwo? vermutlich allerdings nicht an irgendeinem ort, denn in den gefühlen irgendwo …))

  2. Ich bin auch der Enge einer eigentlich hübschen Gegend entkommen, aber wenn ich unseren eigentlich unhübschen Dialekt mal irgendwo im Gewimmel auffange, zuckt mir das Herz zusammen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s