Fühlen, Leben

Wenn das Meer nach Patchouli riecht

Ich sass in dem warmen Sand und hatte die Füsse im Wasser. Das erste Mal nach langer Zeit, die Zeit dazwischen ist immer viel zu lang, wieder salziges Wasser auf der Haut zu spüren, ist immer etwas ganz besonderes.

Ich war hier schon mal, an dem Ort der für viele Zigeuner so wichtig ist . (Nein. Ich ich bin keine Zigeunerin. Bin einfach Trägerin eines Nomaden Gens. Das macht es auch nicht einfacher)

Damals roch noch alles irgendwie nach Patchouli: Die Kleider, die Haare, die geteilten Küsse. Einfach alles. Unsere Zigaretten waren selbstgedreht, die Haare lang und die Träume gingen über den Horizont hinaus.
Wir waren zu dritt  dorthin getrampt. Viel mehr als je einen Schlafsack hatten wir nicht dabei. Wir schliefen unterwegs unter Pfirsichbäumen (wirklich wahr), auf den mageren Rasenplätzen auf Autobahnrastätten oder in Parks. In Avignon sogar in der Bahnhofshalle, bis mir von den Flic vertrieben wurden.

Am Ende, der mehr ein Anfang war, strandeten wir da. In der ersten Nacht lagen wir am Strand, hielten uns verzückt an den Händen und schworen uns, diesen Ort nie mehr zu verlassen .(Oder immer wieder hierher zu kommen.)  Wir waren nicht mehr Statisten, sondern die Hauptdarsteller unseres Films, zu dem wir Regie führten und das Drehbuch schrieben.
Tagsüber schwammen wir im Meer, lagen faul an der Sonne und abends wuschen wir uns die Salzkruste im Gesicht mit Evian weg, bevor wir uns zu anderen ans Feuer setzten.
Damals zwang mir eine Zigeunerin ihre Voraussicht auf, um die ich nicht bat und die sich zum Glück nie erfüllte.

Als ich das zweite Mal dort war, waren meine Haare kürzer. Ich trug Schuhe und Jeans, statt bunter Kleider. Und mein Schlafsack steckte nicht mehr in einer Batiktasche, sonder war auf meinem Motorrad festgezurrt: Unterwegs nach Gibraltar.
Der Zauber und die Erinnerungen schlugen dennoch über mir wie eine Welle ein.

Zum dritten Mal steckten meine Füsse diesen Sommer dort im Wasser. Und ich bin sicher: Dieser Ort erinnert sich an mich. Oder wie kann man sich erklären, dass plötzlich wieder alles magisch nach Patchouli roch und ich nur noch Barfuss dort im Sand stehen bleiben wollte, bis die Sonne untergeht ? Und wieder aufgeht. (Und wieder untergeht. )

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Die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet. Dies ist nicht meine Absicht und hat damit zu tun, dass sich Opera und WordPress einfach nicht verstehen…Ich arbeite daran

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3 Gedanken zu “Wenn das Meer nach Patchouli riecht

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