Bücher, Lesen, Schreiben

Nathalie küsst / La Delicatesse

Es gibt Bücher, welche die Welt zu einer schöneren, bunteren machen, während man sie liest.
Nathalie küsst von David Foenkinos gehört dazu.

Die Geschichte ist rasch erzählt: Die Protagonistin Nathalie lebt in Paris und liebt Francois, eine perfekte Liebe, würde Francois nicht ausgerechnet von einer Blumenverkäuferin tot gefahren. Die eigentliche Geschichte nimmt dann erst seinen Lauf. 
Nathalie leidet still vor sich hin, bis sie Markus trifft. Einen Schweden aus Uppsala :

*(…)Den Einwohnern von Uppsala haftet eine gewisse Verlegenheit an: Der Name der Stadt klingt geradezu nach einer Entschuldigung.  Schweden hat die höchste Selbstmordrate der Welt. Als Gegenentwurf zum Selbstmord bietet sich das Auswandern nach Frankreich an, so weit wohl Markus Überlegungen (…)

Sie verlieben sich. Nicht auf eine laute Weise die auf Effekthascherei aus ist, sondern auf eine besondere,
verspielt romantische Art.

David Foenkinos schreibt in kurzen Sätzen.Schräg. Mit ungewohnten Einschüben. Beschreibt Szenen, die immer zwischen den Zeilen viel Luft für die eigene Bilder lassen. Die abtauchen lassen in eine verzauberte Welt, die  zum leisen Lächeln anregt.
Trotz meiner anfänglichen Befürchtung ist die Geschichte nie  kitschig.Im Gegenteil: Zwischendurch quetscht sich  die Ironie und lässt die romantische Blase platzen, bevor sie zu rosarot wird.

Nathalie küsst ist wohl der schlimmste Titel, den dieses Buch in der deutschen Übersetzung hätte bekommen können. Genauso das Layout: Gestaltet wie ein Buch, das pubertierende Teenager ansprechen soll.

Trotzdem: Lesen. Eingekuschelt in eine Decke, Schneefall draussen würde passen, zusammen mit einem Tee und ganz viel Zeit, um die poetischen Zeilen zuweilen zwei- oder dreimal zu lesen um sie sich besser auf der Zunge zergehen lassen zu können.

Wer die  fabelhafte Welt der Amélie mochte, wird auch hier verzaubert werden.

 

 

Die französische Ausgabe des Buches:  

Standard

10 Gedanken zu “Nathalie küsst / La Delicatesse

    • Erwarte keine hochstehende Literatur. Das Gute an dem Buch ist, dass du es auch lesen kannst, aber es würde der Geschichte nicht gerecht, während du Äpfel schnippselst.

      Es verzaubert, wenn man es nicht mit dem Kopf liest, sondern mit dem Bauch.

  1. mit dem bauch zu lesen … hach, wir frauen haben es schon gut, wir können sowas. und wir wissen, ganz genau, was das heisst.

    deine buchbesprechung macht wirklich lust.
    ich liebe französische bücher. danke für den tipp 🙂

    • Die Kunst am Lesen ist ja zu wissen, wann mit dem Kopf und wann mit dem Bauch gelesen werden darf. Und, nicht vergessen, das eine nicht mit dem anderen zu verwechseln.

      Ja. Frau kann das. (Mann womöglich auch. Wäre zu prüfen 😉 )

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