Schreiben

Kannst du mich sehen ?!

Danke euch allen, die mich bis jetzt mit ihren Kommentaren aus ihrer Kindheit so zum Lachen gebracht haben, zum Kichern und mir die pure Freude eingehaucht haben. Es war wirklich fantastisch und die Aktion hat sich für mich bereits tausendundeinmal gelohnt.
Eure Beiträge sind fast zu schade, um die hier vergammeln zu lassen.
Mal sehen, was mir dazu noch einfällt…..

Ich habe mir Gedanken gemacht, was meine spezielle Fähigkeit als Kind gewesen ist. Nun, meine ausgeprägte Fantasie zwang mich dazu, Dinge zu machen, die die Grossen nicht lustig fanden. Und die zuweilen Sanktionen meiner Eltern, erzieherische Massnahmen nennt man das heute, zur Folge hatte. Das wiederum fand ich nicht lustig, überhaupt nicht.
Also übte ich mich konsequent und ausdauernd im unsichtbar werden.
Anfangs glaubte ich, dass man unsichtbar wird, wenn man den Atem anhält. Funktionierte nicht. Dann dachte ich, dass es mit rückwärts gesprochenen Worten gelingen könnte: Ich hatte wohl das falsche Vokabular dazu.
Das mit der Tarnkappe übers Gesicht, wahlweise kann auch mit langen Haaren geübt werden, gelang ebenso wenig: Meine Mutter sah mich weiterhin und schimpfte.

Durch Zufall entdeckte ich, dass es auf ganz einfache Art funktioniert, wirklich !
Ich fixierte einen auffälligen Punkt an der Wand hinter meiner Mutter, liess die Gedanken fliegen und schlich mit meinem Körper mitten in die erdachte Geschichte hinein.
Und war unsichtbar geworden.
Zugegeben: Geprüft habe ich nicht, ob ich wirklich und komplett unsichtbar war. Zumindest fühlte es sich so an. Ich hörte nicht mehr was Mutter sagte, sah sie nicht mehr und ging davon aus, dass sie mich auch nicht mehr sehen konnte.

Gelegentlich greife ich noch heute auf diese Begabung zurück. Im Laufe der Jahre habe ich dies zur Perfektion gebracht.

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3 Gedanken zu “Kannst du mich sehen ?!

  1. wenn ich es mir überlege, mach ich das auch. aber dass das eine besondere begabung ist, wusste ich nicht. so ist es ja oft mit unseren talenten. wir schätzen sie nicht wert, weil sie für uns so normal sind. dabei sind es vielleicht richtige gaben!?
    beim unsichtbarmachen (von falsch geparkten auto – nur so als beispiel) hilft auf den boden spucken. oder ein bisschen spucke aufs autodach streichen. nenn es aberglaube, aber das hat mir schon zig bussen erspart.

  2. Frau Hummel schreibt:

    In meiner Jugend gab es die „Bezaubernde Jeanny*, einen weiblichen Flaschengeist, der die Arme verschränkte und mit den Augen blinzelte und zack der Wunsch war schon erfüllt. Ich weiß nicht wie oft ich es versucht habe… immer war es vergebens. Das mit dem unsichtbar machen hat bei mir auch nicht geklappt *lach*.

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