Leben

Die Zerbrechlichkeit von Blumenfeldern

blau

 

Du hast ein paar harte Arbeitstage hinter dir und feierst den ersten von zwei freien Tagen. Dir geht es gut. Es ist morgen, das Dorf ist schon recht betriebsam und weckt dich zu früh. Du entscheidest dich für ein paar Stunden in einem SPA und liegst wenig später in blubberndem Wasser: Mit jeder explodierenden Blase, die hochsteigt, küsst dich die Muse mit einer neuen Geschichte.
Du beeilst dich, um heim fahren zu können. Die Inspiration ist flüchtig wie ein Gas und will den Weg in dein Notizbuch finden. (Das du an diesem Tag natürlich nicht dabei hast).

Auf dem Heimweg im Auto passiert gleichzeitig folgendes:

  • Der Himmel bricht ein bisschen auf und entlässt einen Sonnenstrahl.
  • Du fährst an einem leuchtend gelben Rapsfeld vorbei
  • Im Radio wird dieser Song gespielt
  • Ein Mann steht gegenüber vom Blumenfeld und lacht. (So richtig. Einfach so)
  • Du kennst das Lied nicht, aber du singst mit. (In Gedanken tanzt du)
  • Die Strasse vor dir ist frei, du gibst Gas….
  • Durch das offene Fenster weht der süsse Duft einer Blume. (Glyzinien ?!)

In diesem Moment hörst du das leise Geräusch von etwas, das zerbricht. Wie das knacken einer Eierschale, wenn man es mit den Händen zerbröselt. Sanft, aber mit Nachdruck. Und du atmest ein, so tief, dass du das Gefühl hast, dich aufblasen zu können wie eine Hülle oder ein Ballon.
Jetzt kennst du die Ursache des brechenden Geräusches: Es waren all die Knoten in die drin, dir geplatzt sind.

Die Reste davon fliegen zum Fenster hinaus. Ich glaube, sie sind im Blumenfeld gelandet.

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6 Gedanken zu “Die Zerbrechlichkeit von Blumenfeldern

  1. T.M. schreibt:

    Also erstens, Frollein, ist nicht jede Blase, die da so aufsteigt, unbedingt ein Kuss von irgendwem. Manchmal ist es auch einfach nur Methan. Zweitens, wenn das so leise knackt, kann es auch sein, dass man auf seinem Händi oder seiner Sonnenbrille sitzt, ich kenn mich mit sowas aus … leider … Drittens darf man nix zum Fenster hinauswerfen, das ist ganz schlecht für die Kühe. Die fressen das und dann landet das im Kuhmagen.

    • Ach Mösiö…Ihre Anwesenheit hier, ihre Kommentare (Sie nehmen es sehr genau, ich weiss) sind so herzerfrischend lustig. Dass sie durchaus und ohne Mühe mich zu einem Lachen zwingen. Jeweils. Auch bei Regen.

      Ich sass nie auf meinem Handy. Zumindest ist es nicht kaputt gegangen dabei. Die Sonnenbrille auch nicht. Dafür verliere ich sie ständig, nicht das Handy, die Brillen.
      Und das, was aus dem Fenster flog, war kompostierbar: Zerborstene Knoten aus Hanf. Der Natur zuliebe.

      Liebe Grüsse nach Westen:

      -moi-

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