Schreiben

#questions 18

Ich mag diesen Hügel mit dieser Hecke, die einen grossen Teil des äusseren Horizont dem Blick entzieht. Indem ich der Stille horche, die durch das Krabbeln kleiner Käfer unterbrochen wird, die durch das Laub huschen und durch den Wolf, der mit einem Ast spielt, stelle ich mir vor, dahinter sei eine ganz andere Welt. Eine unentdeckte, eine von höchster Stille, klarster Ruhe und tiefster Konzentration. In die man hinein käme, wenn man ein Rätsel löst, ein ganz einfaches. Denn der Zugang müsste jedem offen stehen, der eine ganz einfache Frage beantworten könnte.

Und hier scheitere ich und halte im Schreiben inne: Meine Gedanken fliegen weg, sie suchen eine ganz einfache Frage, die trotzdem mehr als 1+1=2 ergibt. Die Frage könnte lauten: Was ist die Essenz des Lebens ? Und die Antwort wäre: Die Liebe. Natürlich. Aber diese Frage, so fürchte ich, ist in seiner Einfachheit zu schwierig. Viele Menschen würden grübeln, nachdenken und kämen so nicht in den Genuss dieser anderen Welt. Oder ihre Antwort wäre eine andere. Sie würden sagen: Die Essenz ? Nun, ein guter Mensch zu sein. Oder: In den Himmel zu kommen. Vielleicht auch: Es gibt keinen Grund, nach der Essenz des Lebens zu forschen oder danach zu suchen. Ahhh, mais oui ! Diese altklugen Menschen, die nur an das glauben, was sie sehen und anfassen können. Die Essenz des Lebens steckt im Steak, im Wein und im Fussballspiel. Oh. Neinnein. Ich habe nichts gegen Fussball, natürlich nicht.
Nur verstehe ich nichts davon. Vom Wein auch nicht besonders viel.

Vielleicht ist es das: Die Antwort auf die Frage (du erinnerst dich) ist doch immer richtig, egal was man antwortet.

Gestatte mir dennoch die Frage, jetzt direkt an dich gerichtet, dort am Ende des leuchtenden Bildschirms : Was ist für dich die Essenz des Lebens ?

(Ja. Ich will es gerne wissen. Nein. Ohne besonderen Grund, nur so.)

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3 Gedanken zu “#questions 18

  1. All die glücklichen Momente meines Daseins zu filtern und dieses Konzentrat aufzubewahren um es in homöopatischen Dosen dann abzugeben, wenn Angst oder Zweifel aufkommen sollten.
    Am Ende sagen zu können : es war gut so und ich bereue nichts.

    Danke für den Nachtgedanken 🙂

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