Schreiben

N.e.i.d.

Ne̱i̱d Substantiv [der]
Das schlechte Gefühl, das man hat, wenn andere etwas haben, das man selbst gerne hätte, aber nicht hat.

Neid hat viele Gesichter: Es können Freunde sein, die sich abwenden oder sich auf Facebook von dir stumm verabschieden. Die über dich lästern und dich schlecht machen, weil du irgendwas hast, was sie auch haben möchten. Sie denken, es steht dir nicht zu. Aber Ihnen, sie hätten es verdient, du nicht.

Beispielsweise ein Buch, das du veröffentlicht hast: Sie sehen die Arbeit nicht, das stundenlange sitzen an der Geschichte, die Korrekturen, die Gespräche mit Leuten im Rahmen der Recherche. Abends, nach Feierabend bis tief in die Nacht.
Ihnen würde ich gerne sagen, sofern sie mir überhaupt zuhören würden: „Mach mal. Schreib. Setz dich hin und schreib deine Geschichte. Ich bin nichts Besonderes. Im Gegenteil: Schau dir mal die Listen der erfolgreichen Bücher an. DAS sind Autoren. Ach sooo. Die Tantiemen? Die sind lächerlich gering. Für jedes verkaufte  Buch kann ich einen Kaffee bezahlen. Nicht bei Starbucks, da braucht es drei verkaufte Bücher. Also mach. Schreib dein eigenes Buch.“

Irgendwo habe ich mal ein Sprichwort gelesen: Die Kerze des anderen ausblasen, lässt deine eigene nicht heller leuchten.

In Frankreich kennt man das Wort Neid in diesem Sinn nicht. Envie bedeutet Lust. Die Begierde nach etwas. Das kann ein Stück Kuchen sein, die Frau des Nachbarn oder eine Reise nach Timbuktu. En vie. Am Leben sein.

Mir gefällt die französische Definition viel besser.

Herzlich,

Lila

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