Die Zerbrechlichkeit von Blumenfeldern

blau

 

Du hast ein paar harte Arbeitstage hinter dir und feierst den ersten von zwei freien Tagen. Dir geht es gut. Es ist morgen, das Dorf ist schon recht betriebsam und weckt dich zu früh. Du entscheidest dich für ein paar Stunden in einem SPA und liegst wenig später in blubberndem Wasser: Mit jeder explodierenden Blase, die hochsteigt, küsst dich die Muse mit einer neuen Geschichte.
Du beeilst dich, um heim fahren zu können. Die Inspiration ist flüchtig wie ein Gas und will den Weg in dein Notizbuch finden. (Das du an diesem Tag natürlich nicht dabei hast).

Auf dem Heimweg im Auto passiert gleichzeitig folgendes:

  • Der Himmel bricht ein bisschen auf und entlässt einen Sonnenstrahl.
  • Du fährst an einem leuchtend gelben Rapsfeld vorbei
  • Im Radio wird dieser Song gespielt
  • Ein Mann steht gegenüber vom Blumenfeld und lacht. (So richtig. Einfach so)
  • Du kennst das Lied nicht, aber du singst mit. (In Gedanken tanzt du)
  • Die Strasse vor dir ist frei, du gibst Gas….
  • Durch das offene Fenster weht der süsse Duft einer Blume. (Glyzinien ?!)

In diesem Moment hörst du das leise Geräusch von etwas, das zerbricht. Wie das knacken einer Eierschale, wenn man es mit den Händen zerbröselt. Sanft, aber mit Nachdruck. Und du atmest ein, so tief, dass du das Gefühl hast, dich aufblasen zu können wie eine Hülle oder ein Ballon.
Jetzt kennst du die Ursache des brechenden Geräusches: Es waren all die Knoten in die drin, dir geplatzt sind.

Die Reste davon fliegen zum Fenster hinaus. Ich glaube, sie sind im Blumenfeld gelandet.

Ultramarinblau

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Wenn der Himmel so weit über dir gespannt wurde, wie ein blaues Leintuch, das zum trocknen aufgehängt wurde. Und das klare Blau sich im Indigo des See spiegelt. Wenn die Bäume um dich herum in der Wärme des Tages den Duft ihrer Blüten so grosszügig verteilen, dass du dir wie parfümiert vorkommst.
Und deine Sinne von den Eindrücken so voll sind, dass sie überlaufen.

Dann kann es durchaus sein, dass du zwei Tage am Bodensee blau gemacht hast.
Und du dort weder ein Innen, noch ein Aussen gespürt hast. Weil beides ineinander zerfloss. Und nichts mehr Wichtigkeit hatte, als der gefühlte Moment.

Maiglöckchentag

Frankreich (am Meer) 1.Mai 1985

Wir waren jung und verliebt und wir hatten uns beruflich eine Auszeit von 3 Monaten genommen, um mit unseren Motorrädern nach Portugal zu fahren. Wir hatten keinen konkreten Plan, gerade soviel Geld um ganz einfach leben zu können, mehr nicht. Aber wir hatten einander und eben, jeder sein Motorrad. Vor uns lagen noch unberührte Strassen, interessante Zeltplätze und spannende Menschen, die wir kennen lernen würden, als wir in der Nähe von St. Raphael unser Zelt aufschlugen. Es war recht voll, unser Zelt war so klein, dass wir es zwischen zwei italienische Familien mit hundert Kindern quetschen konnten. Komischerweise weckten uns am nächsten Morgen gegen halb sechs nicht die Bambini, die schliefen selig, sondern die Turteltauben in den Ästen der Platanen, die viel zu laut ihre Liebeleien austrugen. Es war unerträglich laut. Wer noch nie unter einer Gruppe Tauben schlief, in einem Zelt, weiss nicht, wie laut das sein kann. 

Ich war wach. Hellwach. Leicht genervt ging ich runter ans Meer. Langweilte mich schliesslich dort alleine. Spazierte träge durch den verschlafenen Zeltplatz und schimpfte leise über die blöden Vögel, alle, als ich das winzige Zelt sah : Es stand mit einer seltsamen Neigung nach rechts in der Nähe des Eingangs. So halb auf dem Weg zum kleinen Laden. (Die Leute, die sich später Brot und Milch dort holen würden, müssten einen Schwenker um das kleinen Zelt machen.)
Neben dem Zelt, auf dem winzige Tautropfen  in der erwachten Sonne glänzten, stand ein alter Döschwo. Es sah so malerisch romantisch aus, das ich leicht in Verzückung geriet. Meine Laune aber besserte sich um ein vielfaches, als das Dutzend kleiner Gläser sah, die vor dem Zelteingang in einer geraden Reihe standen. Wie zu einer Parade aufgereiht. In jedem dieser (Yoghurtgläser ?) stand ein kleiner Strauss Maiglöckchen: Winzige, weisse Blütenglöckchen, die trotzig aus dem Grün der Blätter ihre Köpfe streckten. Eine blumige Liebeserklärung an die Frau, die an dieser unpraktischen Stelle nachts ihr Zelt aufschlug. 
Ich widerstand der Versuchung, mich vor das Zelt zu setzen um darauf zu warten, dass die Frau erwacht. Um einen Blick auf sie werfen zu können. 

Und ich war begeistert. Mein Tag war gerettet, ich fand Turteltauben nicht mehr blöd und dass ich so früh wach geworden bin, in der Magie der blauen Morgenstunde den Camping in Ruhe entdecken konnte, war doch pures Glück. 

Maiglöckchen am 1.Mai: Es war schon immer Symbol für den Frühling und bereits die Kelten sahen es als Glücksbringer an. Ab 1561 erkannte König Karl IX. diesen Brauch offiziell an, indem er alljährlich am 1. Mai den Damen am Hofe ein Maiglöckchen als Glücksbringer überreichte. Die Blume wird auch bei Treffen zwischen Verliebten ausgetauscht. 
In Frankreich braucht es an diesem Tag im Jahr keine Bewilligung, um an unzähligen Ständen Maiglöckchensträusse verkaufen zu dürfen. Natürlich werden dafür auch keine Steuern erhoben. 

Gewonnen

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And the winner ist….(tätäääähhhh..Ich bitte hier um Verständnis dafür, dass ich keine Fanfare zur Verfügung habe und dies akkustisch mit dem Mund imitiere)…die 8 .
Möge dich die Gewinnerin zur Adressenübermittlung bei mir melden via oo.alice.im.wunderland.oo@gmail.com

Wenn ich richtig gezählt habe, ist das Frau whatever. Könnte die bitte jemand aus ihrer Tanne holen ? Dankeschön.

Allen die mitgemacht haben: Merci beaucoup !

Kannst du mich sehen ?!

Danke euch allen, die mich bis jetzt mit ihren Kommentaren aus ihrer Kindheit so zum Lachen gebracht haben, zum Kichern und mir die pure Freude eingehaucht haben. Es war wirklich fantastisch und die Aktion hat sich für mich bereits tausendundeinmal gelohnt.
Eure Beiträge sind fast zu schade, um die hier vergammeln zu lassen.
Mal sehen, was mir dazu noch einfällt…..

Ich habe mir Gedanken gemacht, was meine spezielle Fähigkeit als Kind gewesen ist. Nun, meine ausgeprägte Fantasie zwang mich dazu, Dinge zu machen, die die Grossen nicht lustig fanden. Und die zuweilen Sanktionen meiner Eltern, erzieherische Massnahmen nennt man das heute, zur Folge hatte. Das wiederum fand ich nicht lustig, überhaupt nicht.
Also übte ich mich konsequent und ausdauernd im unsichtbar werden.
Anfangs glaubte ich, dass man unsichtbar wird, wenn man den Atem anhält. Funktionierte nicht. Dann dachte ich, dass es mit rückwärts gesprochenen Worten gelingen könnte: Ich hatte wohl das falsche Vokabular dazu.
Das mit der Tarnkappe übers Gesicht, wahlweise kann auch mit langen Haaren geübt werden, gelang ebenso wenig: Meine Mutter sah mich weiterhin und schimpfte.

Durch Zufall entdeckte ich, dass es auf ganz einfache Art funktioniert, wirklich !
Ich fixierte einen auffälligen Punkt an der Wand hinter meiner Mutter, liess die Gedanken fliegen und schlich mit meinem Körper mitten in die erdachte Geschichte hinein.
Und war unsichtbar geworden.
Zugegeben: Geprüft habe ich nicht, ob ich wirklich und komplett unsichtbar war. Zumindest fühlte es sich so an. Ich hörte nicht mehr was Mutter sagte, sah sie nicht mehr und ging davon aus, dass sie mich auch nicht mehr sehen konnte.

Gelegentlich greife ich noch heute auf diese Begabung zurück. Im Laufe der Jahre habe ich dies zur Perfektion gebracht.

Tag des Buches

Entscheidungen werden individuell gefällt: Die einen planen, denken lange nach und holen sich noch Meinungen von anderen ein oder lesen über die Erfahrung, die andere gemacht haben. Sie lassen Gedanken kreisen, fliegen, fangen sie ein und wissen dann bombenfest, wie sie entscheiden sollen.
Andere treffen ihre Entscheidungen eher spontan. Sie zählen beispielsweise 1-2-3 du bist es oder tippen blind auf eine mögliche Antwort. Sie gehen zur Türe heraus und wissen nicht, welchen Weg sie heute gehen. Aber sie kommen immer an.

Warum ich mich für das folgende Buch entschieden habe, um es verlosen zu lassen, weiss ich nicht. Hätte ich angefangen, darüber nachzudenken, hätte ich mich elendlich in einer wochenlangen Phase der Entscheidung gewunden: So viele Schriftsteller und Bücher, die es wert wären, um entdeckt und verschenkt zu werden. So viele, die mich berührten all die Jahre über.
Also fiel meine Entscheidung gestern sehr spontan.

wer schatten
Es ist ein Buch, das, wenn wunderts, aus dem französischen übersetzt wurde.

Das Buch ist in der Ich Form aus der Sicht eines sensiblen Jungen geschrieben, der eines Tages merkt, dass er eine besondere Begabung hat: Wenn sein Schatten auf den eines anderen Menschen trifft, übernimmt er dessen Geschichte, seine Gedanken, Wünsche und seine Ängste. Anfangs  macht es ihm Angst, er will diese Fähigkeit so schnell wie möglich los werden. Dann lernt er, damit zu leben. Er hat so Einblicke in das Leben anderer auf eine ganz besondere Art.
Fortan ist er sehr besorgt darum, dass sein Schatten nicht den anderer Leute kreuzt oder wenn, dann nur von jenen, bei denen es erwünscht ist. Und er bemüht sich zunehmend, anderen Menschen dabei zu helfen, ihre Träume zu leben. Und nebenbei seine Liebe zu finden.
Es ist ein Buch wie eine Liebeserklärung an eine Kindheit, an die Magie der Jugend und das Erwachsen werden.

In einer einfachen Sprache geschrieben, voller Charisma, das stimmungsvolle Bilder hinauf beschwört. Es ist ein Buch für Menschen, die ihr inneres Kind nicht verloren haben, die noch gerne staunen und sich an die Spiele mit den Schatten erinnern.

Was du tun musst, um das Buch in deinen Händen zu halten ?
Geh in zu deinem Buchhändler oder logge dich bei Amazon ein und kaufe es.
Oder gewinne es hier.
Was du tun musst um es zu bekommen ? (Das Leben ist hart und nichts ist umsonst, nicht wahr?).

Schreibe in einem Kommentar hier was deine Begabung als Kind war. Dann kommst du zur Verlosung.

Am nächsten Dienstag findet dann die Ziehung statt. Notariell beglaubigt, im Beisein meines Notars   Katze.

Liebe Grüsse an die Leser da draussen,

La Lila

Buch zu verschenken

Morgen verschenken Blogger Bücher.
Ihr wisst ja alle davon, nicht wahr ? Also vergesst nicht, euch morgen durch die teilnehmenden Blogs zu klicken  und fleissig zu kommentieren. Damit ihr zur Verlosung kommt.

Das Buch, das auf der Liste der Blogs unter Lila aufgeführt ist, ist nicht das Buch, das ich verschenke. Mehr darüber morgen.
Also ICH freue mich darauf, aber richtig.

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