Madame Lila

Alptraum

Donnerstag, 19.November 2008 · 16 Kommentare

Nachdem Mme Lila gestern Abend, nach mindestens 3 Gläsern Rotwein, eine neue Skizze für ihr neues Tattoo gekritzelt hatte, ging sie müde ins Bett.
In dieser Nacht allerdings träumte sie den ultimativen Alptraum:
Grosser Mitbewohner fand da die Zeichnung und sagte  den alles vernichtenden Satz:

-Cool. Aber hat nicht Eminem das gleiche Tattoo ? 

Leser kann sich mein Entsetzen vorstellen: Mein musikalischer Albtraum fängt gewissermassen mit em an und hört mit em auf. Dazwischen klebt ein in.

Mein neuer Lieblingstatöwierer versicherte mir jedoch heute auf Nachfrage (sind Träume immer Schäume ?)  glaubwürdig, dass jener kein so schönes Tattoo aufweist, wie meines mal werden wird.
Ich bin beruhigt.

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Nabelschau

Montag, 16.November 2008 · 12 Kommentare

sofa

Die letzte Woche liess mir kaum Zeit, um zu atmen. Die Tage weckten mich morgens mit einem Lächeln, das keines ist. Sie lockten mich mit falschen Versprechen,
„komm schon. Steh auf, das wird ein wundervoller Tag, total easy…“ , aus dem Bett. Dafür warfen sie mir tagsüber kistenweise Arbeit hinterher und Arbeitskolleginnen in zickiger Novemberlaune.
Ich werde sie nicht vermissen, die letzte Woche. Zudem: Hätte ich nicht so eine gute Erziehung genossen, würde ich den Tagen ein Merde ! hinterher rufen.

Als Ausgleich dazu war gestern ein Genusstag, der nicht nur den Bummel durch ein bisher unbekanntes, charismatisches Städtchen bereithielt. Sondern auch die visuelle Auseinandersetzung mit den Fotos von Michel Comte in Zürich. Küsse für die Netzhaut.
Während ich im lila Raum mit den Aktfotos stand, sagte ein Teenager hinter mir leise: „Iiigitt. Wie alt sind den die Bilder hier ? Die Frauen tragen da ja noch Pelz!“
Gemeint war da nicht die pelzige Leiche eines Tieres, sondern ganz klar Körperpelz. Sozusagen. Und das besagte Bild ist aus dem Jahr 1998.

Insgesamt kamen bisher 3 Manuskripte zurück. 3 sind noch ausstehend. Schreiben Sie bitte weiter . Steht in den Begleitbriefen. Das Bedauern darüber wird ausgedrückt, dass die Story nicht in das Konzept des Verlages passt. Es ist sehr schwierig, den passenden Verlag zu finden, es braucht viel geduld, Hartnäckigkeit und auch eine grosse Portion Glück. Ich bin an einem Sonntag geboren worden. Jenen Menschen sagt man gemeinhin besonders viel Glück nach.
Falls ich meines schon aufgebraucht habe, entwerfe ich mir ein neues Glück. Oder ich hege und pflege die kleinen Glücks, die ich noch vorrätig habe.
Da braucht es Geduld, bis sie Junge bekommen. Aber es funktioniert.

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Edi und das Pumuckel.ICH.

Donnerstag, 12.November 2008 · 2 Kommentare

Ich nannte sie Edi.
(Wer mich kennt, kann sich denken, warum ) Sie war meine Freundin während der Schulzeit. Jene Freundin eben, mit der frau alles teilt. Edi war es, mit der ich gemeinsam die ersten Experimente mit Henna machte. Wir kauften das Pulver im Bioladen, besorgten uns Handschuhe, genug Zigaretten und eine Flasche Wein.

Während also die Pappe auf unseren Haaren vor sich hin bröselte, guckten wir uns einen Film mit Luis de Funes an. Die Zeit verging im Nu. Wie immer, wenn Edi und ich zusammen waren. Edi hatte schwarze, dicke Haare. Ich war eher Mausblond (nein, ich habe noch nie eine blonde Maus gesehen. Aber wären Mäuse blond, hätten sie meine fade Farbe), ein Sommermädchen, die durch die Sonne wenigstens goldene Strähnen bekam. Die Tatsache, dass unsere Haarstruktur unterschiedlicher nicht sein kann, berücksichtigten wir nicht.Weder beim Kauf des Hennas, noch bei der Einwirkungszeit.

Als Edi dann den Plastik von meinen Haaren nahm, um mir das Henna runter zu waschen, lachte sie. Sie lachte und sie setzte immer wieder zum sprechen an, wurde aber durch einen erneuten Lachanfall daran gehindert. Sie lachte schon immer wie ein Mann: Mit weit offenem Mund, dunkel und hemmungslos. Der Mensch, der mir nach dem mühsamen Entfernen der Masse, aus dem Spiegel entgegen sah, hatte gar nichts mit mir zu tun. Lustig war es auch nicht: Ich hatte orangerote Karottenhaare und ich sah aus, wie Pumukels Schwester ! Während jene von Edi wunderschön glänzend waren und eine leichte Mahagonitönung aufwiesen.

Da hennagefärbte Haare chemische Farbe nicht annehmen, blieb mir am nächsten Tag nichts anderes übrig, als mir meine langen Haare ganz kurz zu schneiden.Fortan sah ich für längere Zeit aus wie ein Junge und erwog täglich mehrmals, mir das Leben zu nehmen eine Perücke zu kaufen oder mit einer Burka herum zu laufen.

Seit diesem Erlebnis liess ich die Finger von Henna.
Bis gestern.
(Ein langer Prozess der Vergangeheitsbewältigung war diesem Akt vorangegangen). Das Ergebnis ? Nun, es gibt keines. Da ich mir vor Angst natürlich die Pappe viel zu früh aus den Haaren wusch.

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?

Freitag, 6.November 2008 · 2 Kommentare

Sie: -Ich will nicht ! (trotzig)
Er:-Warum denn nicht ?
Sie: -Das habe ich dir schon tausend Mal gesagt ! (wütend)
Er: -Nein. (ruhig)
Sie: -Doch. Das habe ich dir schon tausend Mal gesagt .

Er kickt einen Kieselstein ins Jenseits, guckt ihm nach.

Er: -Du hast schon gesagt, dass du nicht willst. Aber nicht warum du nicht willst.
Sie: -Doch ! Aber du hörst nie zu und du verstehst es nicht ! (laut)
Er: – Ja ?! Dann sag es halt nochmal. Nur noch einmal. So, dass ich es verstehe.
Sie:-Nein ! Weil wenn ich Nein sage, dann meine ich Nein. ! Ende !

Er scheint Buddhist zu sein. Oder ein Heiliger. Denn er gibt nicht auf und tut das mit einer
stoischen Ruhe:
-Ich will es wissen. Warum. Bitte sag es mir….

Dieser Liebeskrimi ist nicht das vorbergehende Ende einer billigen Soap. (Die nächste Folge sehen sie…)
Sondern die emotionale Diskussion fand heute mittag neben dem Schulhaus statt.

Sie:  7 Jahre alt. Eine kleine Schönheit mit langen, lockigen Haaren.
Er:  9 Jahre alt. Oder Vielleicht 8. Blond. Vielleicht Sommersprossen. Nett.
Tatort: Auf dem Weg nach Hause. Beide mit Schulranzen am Rücken .

Ich war das kichernde Etwas, das sich hinter dem gestrickten (gekauft, nicht selber gemacht) Schal versteckte, um nicht laut loszuprusten. Leider konnte ich das Gespräch nicht bis zum Ende hören, sie bogen um die Ecke.

Ich frage mich noch immer und quälend dringend: WAS hat er sie gefragt ?

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Begegnung mit dem Teufel #2

Donnerstag, 5.November 2008 · 8 Kommentare

Ich kann  ihn schon von weitem sehen, er mich aber nicht. Das Paradoxe daran: Er sieht mich auch nicht, als er direkt vor mir steht. Denn er ist blind.
Seine Haare sind weiss, sein Bart auch. Er läuft bedächtig, stellt gemütlich einen Fuss vor den anderen. Grad so, als würde er mit seinen Fusssohlen die Beschaffenheit des Bodens prüfen, auf dem er spaziert.
In der linken Hand trägt er den Stock. Damit klopft er in regelmässigen Abständen auf die Grasnarben, die den Steinweg eingrenzen, der durch die Wiese verläuft.

Als ich ihn das letzte Mal sah,glaubte ich Schwefel zu riechen. Höllische Bockshufe zu erkennen und ein Blinzeln wahrzunehmen, das nur des Teufels sein kann.

Wichtige Menschen trifft man immer zweimal. Sagte meine Grossmutter immer.
Vielleicht hatte sie recht damit. (Wie mit anderen klugen Weisheiten auch. )

Heute war also Teil 2 der Begegnung, die nicht mehr so teuflisch ablief.
Als wir auf gleicher Höhe sind und uns kreuzen, -der Mann, die Wölfin und ich-, rufen wir uns ein nettes Grüezi zu. Das macht man so. Ich bin im Begriff, gedankenverloren und einen tieferen Sinn hinter dieser Begegnung vermutend, die präzis am gleichen Ort stattfand, weiter meinen Weg zu gehen. 
Als er sagt: „Sie haben einen Hund.“
(Hätte ich eine rauchige Stimme erwartet, die dem erdachten Mephisto gerecht würde, wurde ich enttäuscht. Sie klang warm. Er sprach ruhig, jede Silbe betonend. Ein Mann der es gewohnt ist zu reden.)
„Darf ich,“ fragt er „ihm einen Hundekeks geben ?“
Ein Teufel trägt Prada verteilt keine Kekse. Und ein Teufel mag keine Tiere. Ausserdem schien die Wölfin sehr angetan von ihm zu sein.
Fazit: Er ist keiner. (Bedauerlicherweise. Im Grunde. Wäs hätte das für eine Story gegeben, wenn ich Beweise für seine Existenz hätte liefern können. Hä ?)

Also holt er eine kleine Tasche hervor, öffnet den Reissverschluss, entnimmt ein Guetzli und hält es der Wölfin hin. Dann streichelt er ihr Fell, nicht ohne vorher zu fragen, ob das erlaubt ist.
„Der Hund hat kein schwarzes Fell“ sagt er. „Nein. Es ist eher….“, er unterbricht mich:“Ein Setter, nicht wahr ?“ Ich sage erstmal gar nichts mehr.
Er lacht: „Wissen sie. Wenn man soviel zu Fuss unterwegs ist wie ich, lernt man, sich die Hunde zu Freunden zu machen…“

 Er winkt. Hebt den Blick zur Sonne hoch und ruft mir einen letzten Gruss zu. Dann ist er weg. Bis zum nächsten Mal, da bin ich mir sicher.
Ich glaube nämlich, dass man alle wichtigen Menschen im Leben mehr als zweimal trifft. Das wusste Grossmutter vielleicht nicht.

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Zombies

Dienstag, 3.November 2008 · 10 Kommentare

Notiz an mich: Nie.Niemals eine Idee spontan gut finden, die mit einem Sandwich und dem grossen Mitbewohner zu tun haben.

 Geschichte dazu: Lila geniesst ihren freien Tag und beschliesst, dem Mitbewohner ein Sandwich zu basteln. Sie beschliesst auch, es ihm subito zur Arbeit zu bringen. Bis dahin findet sie die Idee schlicht genial.
Genial fanden es auch mindestens hundert Arbeiter, die mich kommen sahen (ich war nicht getarnt und klopfte zudem mutig an die Scheibe) , die ihre Arbeit fallen liessen und sabbernd an der Fensterscheibe klebten: Eine Frau! Mit Brüsten ! Toll !

Ich hatte Mühe der versammelten Mannschaft, die ganz mutigen unter ihnen traten sogar neugierig aus der Türe nach draussen (ich erinnerte mich schaudernd an die Zombie Filme damals), zu erklären, dass sie das Sandwich nicht unter ihnen aufteilen sollen, sondern es dem jungen Lehrling mit den längsten Haaren zu bringen.

Ja. Das ist mein Sohn. Ja, ich bin seine Mutter. Danke. Nein, ich will keine Führung durch den Betrieb. Ja. Ich komme wieder, irgendwann. Aber jetzt will ich wieder weg.
Dankeschön. ehem

 

#fazit: 1)mitbewohner hasst mich jetzt. 2)in villa lila wird ein zimmer frei: bei interesse mail an mme lila.

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Wo ist Minsk ?

Montag, 2.November 2008 · 8 Kommentare

Wenn er anruft, muss sich sich zuerst setzen. Bevor sie den Anruf entgegen nehmen kann. Weil sie sonst so atemlos ist, dass sie nicht reden kann.
Zuweilen kann sie sich nicht setzen, einfach so. Wenn sie in einer Stadt ist oder keine Sitzgelegenheit vorhanden ist. Dann lässt sie schweren Herzens das Handy klingeln.
Manchmal fragt er später, wenn er sie erreicht, warum sie nicht mit ihm reden wollte. Darauf kann sie keine Antwort geben.
Seit sie ihn kennt, schläft sie nachts schlecht  und dafür tagsüber mit offenen Augen. Sie isst in der Nacht, weil sie an ihn denkt, den Kühlschrank leer.
Sieht sein Lächeln, wenn sie die Augen schliesst und bewahrt alle Kinotickets, Fahrscheine und Kassenbons auf, die mit ihm zu tun haben.
Öfters spricht sie leise mit ihm, erzählt ihm, auch wenn er nicht da ist, was sie erlebt hat. Kritzelt seinen Namen auf ihre Handfläche und schreibt hundert sms an ihn täglich. Ansatzweise soviele Tränen vergiesst sie, wenn er nicht zum verabredeten Zeitpunkt bei ihr ist.
Sie gibt Geld für sündig schöne Unterwäsche aus und für die feinen Champagnertrüffes, die sie in der Konditorei kauft. Ein gutes Dutzend täglich.
Vier Stück davon isst sie in der Nacht, die anderen Tagsüber.
 
Ihre Familie sagt, dass sie etwas besseres verdient hätte, als einen Ausländer. Sie ist anderer Meinung und liebt ihn dafür um so mehr.

Als er sie mit zu seiner Familie nehmen wollte, fuhr sie mit. Bezog kurzfristig ihren ganzen Jahresurlaub und nahm ein paar Wochen unbezahlte Ferien mit dazu.
Ihre Mutter weinte: Hundert Tränen waren es. Ihr Vater war wütend. Auf den Ausländer ein bisschen, viel mehr aber auf sie. Ihre Schwester weinte auch, aber sie tat es leise und es waren eher Tränen des Glücks. Oder des Neides, weil sie selber keinen Freund hat.

Sie sei sehr glücklich dort, schreibt sie mir. Die Menschen seien anfangs zurückhaltend, später aber überaus freundlich und herzlich. Das Leben sei ganz anders. Es liegt schon seit Wochen Schnee dort und manchmal fahre nicht mal der Bus, weil alles eisig ist. Das Busticket koste umgerechnet 30 Rappen, damit könne man so weit fahren, wie man will.

Was macht die Liebe ?

Schreibe ich zurück. Mit Grossbuchstaben, weil ich es dringend wissen will.

Wenn er mich berührt, bleibt mein Herz noch immer einen Augenblick stehen.
Schreibt sie.
Ich war noch nie so glücklich.
Ergänzt sie.

Ich lächle, obwohl sie es nicht sehen kann, schicke eine Kusshand nach Nordosten. Bleib wo du bist und bleib glücklich.

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Augenblick-lich

Freitag, 30.Oktober 2008 · 10 Kommentare

Ich will es. Und zwar sofort.

Das war schon immer so: Wenn ich etwas haben wollte, dann blieb mir keine Zeit, um darauf zu warten. Ich musste es haben.Sofort. Egal um was es ging. Das war bei einem Kaugummi so, bei der Anschaffung eines Hamsters oder dem absurden Wunsch von Sommer im Winter. Meistens wurden meine Wünsche nicht umgehend erfüllt.War es ein schicksalshafter Wunsch, klappte es eh nicht. Und meine Eltern waren der Ansicht, alle meine Wünsche zu erfüllen und das noch ohne Wartezeit, verderbe den Charakter.
Sie gingen da pädagogisch vor. Und ich litt.

Gelernt habe ich nichts daraus: Ich will noch heute meine Wünsche sofort erfüllt haben.

Gestern also fuhr ich zu dem einzigen Mann, der neben Mr.T und Wasser, meine Haut berühren darf. Er tut es derart qualvoll liebevoll, dass nur er meinen grossen Ansprüchen an Kunst gerecht wird. Und dass er dies baldmöglichst tut, war mir so klar wie irgendwas. (Leser sieht: Die Erziehung fruchtete nicht. Meine Eltern hätten mir genauso meine Wünsche postwendend erfüllen können.) Seine Freude mich zu sehen, war genauso gross wie meine.
Wir fachsimpelten. Er schaute sich sein Werk an meinem Rücken an, zeigte mir seine neuen Skizzen und Projekte .
Und er bot mir einen Whisky an. So früh am Nachmittag schon ? Naja. Warum nicht.
Sein Blick aus den blauen Augen ruhte mitleidig auf mir, als ich ihn schliesslich darum bat, mir einen Termin fürs nächste Tattooprojekt zu geben.
„Termin ? Der nächste ?“
Jajaja. Morgen wäre mir am liebsten. Oder übermorgen. Nun, bisschen unrealistisch. Lila ! Bleib auf dem Boden: Der Kerl ist wirklich gut, das wissen auch andere. Aber ganz bestimmt vor Weihnachten. Ist eh noch lange bis dahin.
„Süsse… “ Er nennt mich nicht Süsse. Aber er benutzte ein Wort, das ähnlich klingt und mich wohl darauf vorbereiten sollte, was er anschliessend sagte:
„…die Wartefrist beträgt momentan ein Jahr. Vor Oktober 2010 geht leider gar nichts.“

1Jahr = 365 Tage = 8 765 Stunden = 525 600 Minuten.
(Das kann man googeln. Ist das nicht verrückt ? Was haben wir früher gemacht, als es google nicht gab?)

Ich fiel in Ohnmacht. Dann beschloss ich, mich in einen Winterfrühlingsommerherbstschlaf zu begeben. Aus dem ich erst im nächsten Oktober erwachen werde.
//Bis dahin: Alles Gute meinen Leser und habt Verständnis, dass der Blog jetzt für eine Weile geschlossen wird. Dankeschön.//

 

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Frauen wollen nicht…?

Mittwoch, 28.Oktober 2008 · 1 Kommentar

Das lag in meiner Mailbox. Grad eben. Ich flog aus meinen Träumen, es darf runter gescrollt werden, und lachte. Lachte.
Bis jetzt.
(Hund versteht nicht, warum ich so lache und hat sich unter den Tisch verzogen)

frauen.

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happyness #3

Mittwoch, 28.Oktober 2008 · 5 Kommentare

Lila hängt in der Warteschlaufe. Wobei ich keine Ahnung habe, worauf ich warte. Ich bin einfach. Höre Creed, Amorphis (in Erinnerung an das Konzert letzte Woche: Mein Highlight dieses Jahres), und versinke melancholisch in den Texten von Daniel Wirtz.
Ich träume mit weit offenen Augen. Von dem geflüsterten  ich-liebe-dich letzter Nacht. Von der Weite des Horizonts, den ich gestern sah, als ich am Bodensee war. Und ich träume von der Skizze, die an der Küchentüre seit Tagen hängt und bald mein nächstes Tattoo sein wird.
Seit meiner wilden Jugend trage ich eine Stern am Arm. Es gibt Dinge, die man sein lassen sollte, auch wenn sie uns manchmal schmerzlich auf Erlebnisse aufmerksam machen, die man gerne vergessen möchte. Ihn entfernen zu lassen, wäre einfach. Den Stern stehen lassen, den Fragen der Mitmenschen zu seiner Bedeutung ausweichen. Immer wieder. Und wieder. Ist eine Herausforderung.
In den letzten Monaten sind sie überall, die tätowierten Sterne. Und meiner ist plötzlich Gegenstand von Fragen anderer Art:“Cool. Du bist voll ‘in’ mit deinem Stern.“
Ich lasse stehen. Noch ein paar Wochen. Weil ich immer wieder Lust habe, um nach den Sternen zu greifen. Sie zu pflücken, einfach so.
 
Mein Leben ist ruhiger in letzter Zeit. Ich bin zwar noch immer fluchtbereit und allzeit mit zuviel beschäftigt, aber es läuft ruhiger. Die grossen Desaster,
Lila die Dramaqueen, sind genauso da in meinem Leben. Aber sie werden abgefedert. Prallen nicht mehr mit voller Wucht in mich rein und stellen mir kichernd ein Bein. Wenn die Troubles sich wichtig vor mir aufblähen, schaffe ich es, sie zuweilen umzupusten. Der Berg ist noch immer da, wird nicht verdrängt, sondern abgetragen.

Und ich bin glücklich.
Und ich  bin dankbar.
 
 
 Für die Wärme in mir und für die der  Menschen um mich herum: Sie beflügelt mich und macht glücklich. Immer wieder diese Augenblicke der Nähe mit Menschen: Ein gemeinsames Lachen, Musik die ich geschenkt bekomme, Ich-mag-dich Zettel in meinem Postfach bei der Arbeit, die überbordende Freude der Wölfin, wenn ich heimkomme. Abende mit Freunden, die mich und meine Bedürfnisse spüren und ernst nehmen.

Einen schönen Abend  an alle, die mich fühlen können und die irgendwie bei mir sind, und umgekehrt. Danke. Ja, natürlich – danke.

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